Tausend Stufen musst Du gehen – auf den Spuren von König Ludwig

Durch die Partnachklamm und das Oberreintal auf den Schachen (1.866 m)

In den letzten Wochen war der Wurm drin. War das Wetter schön, waren wir garantiert nicht in München, aber regnerische Wochenenden haben wir nicht ausgelassen. Daher war die „Bergsehnsucht“ jetzt ziemlich groß, so dass wir uns unheimlich über die ganz passable Prognose für heute gefreut haben. 

Wohin, wenn Nachmittags Gewitter drohen und wir dennoch mal ein paar Höhenmeter in die Beine bekommen wollen? Das Allgäu fällt aus der engeren Wahl, da uns die lange Anfahrt Schlaf kostet und Sonntags bei schönem Wetter alle vom Ammersee nach Hause wollen – Stau ist die sichere Folge….

Das Ziel ist beim Stöbern in den gesammelten Werken zum Thema doch sehr schnell gefunden. Die Wege sind von Familie und Freunden schon ausgetreten und wir waren noch nie dort. Also auf nach Garmisch, besser Partenkirchen.

Nach einer staufreien Anfahrt haben wir noch 20 Minuten auf dem Parkplatz vom Skisradion verbummeln dürfen, da uns Münzen für das Parkticket fehlten, der Wechselautomat frei hatte und der nette Herr an der Wankbahn nur ungern wechselt, aber wenn es schon sein muss, erst Schlag 9.00 Uhr…

Das war dann auch unsere Startzeit. Mit uns sind nur wenige unterwegs zur Partnachklamm und so haben wir diese, ganz ungewöhnlich, fast für uns allein.

Wir marschieren im sonnigen Reintal, immer der Partnach entlang, ganz gemächlich bergan. Wir kennen die Strecke und sie zieht sich schon einige Kilometer ins Tal hinein. Immer im Blick –  der Aufstiegsweg zur Zugspitze. Mit etwas Training und viel Wetterglück gehen wir dieses Jahr noch dort oben entlang.

Kurz vor der Bockhütte zweigt der Weg zum Schachen links ab. Wir genehmigen uns eine kleine Stärkung am Weggang in der Sonne, da es durch unseren frühen Start kein richtiges Frühstück gab. Jetzt gibt es kein Vertun mehr, die 850 hm, die nach 2 Stunden Fußmarsch nun auf uns warten, gehen sich nicht von selbst. Wir laufen fast immer im Schatten durch den Wald. Neben uns plätschert immer etwas Wasser und Serpentine um Serpentine wird die Aussicht besser. Bald blicken wir von oben auf das Reintal, erkennen die fast türkisfarbene Partnach und genießen die absolute Stille.

Der Steig ist gut zu gehen, hat ein paar harmlose seilversicherte Passagen. Allein die schwüle Luft macht uns etwas zu schaffen. Als das Ende der Felswand kommt und wir unzählige Stufen gestiegen sind, kommen wir auf eine kleine Almwiesen uns nach wenigen Schritten sehen wir das:

Die Hütte liegt etwas unterhalb von Kinis Haus und wir genießen ein kühles Weißbier. Das Schachenhaus und den Alpengarten müssen wir heute wetter- und zeitbedingt links liegen lassen. Wir kommen wieder und bleiben für eine Nacht an diesem wunderbaren Fleck, so dass wir das hier oben besser würdigen können.

Der Abstieg ist anfangs sehr „handzahm“. Wir verlieren fast keine Höhenmeter. Als wir uns beinahe damit abgefunden haben, auf dem Forstweg abzusteigen, zweigt der beschriebene Kälbersteig ab. Jetzt geht es in einem rinnenartigen Weg schnell bergab. Nach mittlerweile 14 km in den Beinen, müssen wir auf diesem Schotter ziemlich konzentriert gehen.  Nach der Hälfte des Steigs – ich habe echt keine Lust mehr – geht der Weg fast in eine Treppe über. Das Gehen wird leichter und schneller. Plötzlich sehen wir die Partnach kurz vor ihrem Eintritt in die Klamm. Wir sind bald da…

Weit gefehlt. Wie müssen noch viele, viele Stufen abwärts gehen und sind dann plötzlich mitten im Gewühl. Die ganze Welt scheint sich an der Partnachklamm zu treffen – Inder, Araber, Russen, Niederländer, …Alle wollen hin oder zurück da durch. Das dauert und wir erhalten mal wieder eine Lektion in „Gewinn von Gegenwart“.

Die letzten Kilometer zum Skisradion ziehen sich wieder. Es war eine lange Tour nach den wenigen Bergtouren im Mai, aber eine wunderbare.

Den Stau aus dem Allgäu kommend hatten wir nicht, dafür den von Garmisch zurück nach München. Wir haben den Tag mit Stauumgehungen im Alpenvorland beschlossen 😉

Liebe Grüße an meinen Neffen, der diesen anstrengenden Aufstieg mit 12 Jahren gemeistert hat – bin stolz auf Dich!

Ein Gedanke zu „Tausend Stufen musst Du gehen – auf den Spuren von König Ludwig“

  1. habe schon alle Schlösser den Bayernkönigs gesehen aber das Schachenhaus fehlt mir noch ! Ist aber schon eine ganz schöne „Latscherei“ hierhoch egal von welchem Ausgangspunkt !!! PS : mit 12 Jahren hier die Tour – alle Achtung !!

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