Keine Augen für die Aussicht

Von Kohlern über den Leiferer Höhenweg zum Spörlboden und über die Schneiderwiesen zurück

Nach der Tour zum Warmlaufen gestern, darf es heute etwas mehr sein, also stellen wir uns mit Hilfe der Vorschläge vom Hotel selbst etwas zusammen. Die bessere Hälfte mag Höhenwege, also ist der Leiferer Höhenweg schon gleich ein Bestandteil der Wanderung, um den herum wir alles andere zusammensetzen.

Auch heute darf das Auto pausieren und wir laufen – ganz ehrlich: kurz vor Mittag – wieder von Kohlern auf dem Weg Nr. 3 los. Erst etwas bergauf auf der Straße und dann bald auf einem schönen schmalen Waldweg leicht bergab. An und zu können wir hinunter auf die Stadt schauen. Bald schon geht es auf der Westseite des Bergrückens weiter und wir verlieren ordentlich an Höhe. Wir müssen Acht geben, da beim Gasthaus Fritscher ein nicht markierter Einstieg in den Leiferer Höhenweg ist. Nahe eines kleinen Kirchleins biegen wir in einen breiten Weg in einen Weinberg ein. Für uns ist es der Abzweig, da am gegenüberliegenden Haus zwar kein Name steht, dafür jedoch viele Bänke und Tische vorm Haus, gleichbedeutend mit Wirtshaus. Nicht lang und wir stehen vor einem Tor… Das war wohl nicht der Weg. Zum Glück ist es nicht verschlossen und wir sparen uns den Weg zurück. Es ist nämlich ziemlich warm. Auf der Straße laufen wir zu einem kleinen Weiler und finden dann auch wirklich das Gasthaus Fritscher. Wahrscheinlich ist der Weg auch markiert, denke ich mir so – und siehe da:

Jetzt sind wir auf dem Leiferer Höhenweg und wandern mit wenig Aussicht durch Wald um den Bergrücken herum. Nicht weit und der Weg 12 A zweigt ab. Der soll uns von 800 m wieder auf 1.500 m bringen und dann nach Kohlern zurück. Durch kühlen, moosbewachsenen Wald geht es straff bergauf, um dann zur Steigerung in einen Weg abzuzweigen, bei dem man sich wünscht, es wären Treppenstufen eingeschlagen. Da war der Weg auf die Zugspitze von der Steilheit fast ein Kinderspiel. Die Hitze tut ihr Übriges. Wir können das gesamte Etschtal überblicken, die Freude darüber hält sich in Grenzen. Es ist einfach verdammt heiß und steil. Die Motivation befindet sich gerade im kühlen Keller…

Zum Glück verläuft der Weg weitestgehend im Wald, anders wäre es ganz furchtbar. So winden wir uns im Schatten Meter um Meter nach oben. Irgendwann sind hinter den Bäumen keine noch höheren zu sehen – ein gutes Zeichen. Langsam kommt der Spörlhof ins Blickfeld, leider unbewirtschaftet. Wir haben ziemlich Hunger, so dass wir kurz rasten und einen Apfel essen. Wir haben zwar keine Lust mehr, bergauf zu laufen, aber auch die letzten 150 hm müssen noch bewältigt werden. Über den Spörlboden laufen wir zum Toten Moos. Auf diese Weise laufen wir auch gleich noch eine „Etappe“ des E5, der hier entlangführt. Beim Toten Moos betreten wir bekanntes Terrain, da wir gestern bereits hier waren. Angetrieben vom Hunger laufen wir in 30 Minuten das, was für eine Stunde ausgeschildert war. Und endlich, endlich kommt das Gasthaus Schneiderwiesen ins Blickfeld. Ich habe mir die ganze Zeit zur Motivation ausgemalt, was ich essen werde. Letztendlich bleibt es bei wunderbaren Käsknödeln.

Blick in Richtung Rosengarten

Nach 30 Minuten ist auch das letzte Stück nach Kohlern geschafft. Wieder einmal zeigt sich, dass am Ende die Glücksgefühle trotz der Anstrengung überwiegen und dass auch die anstrengendste Tour zu schaffen ist und zu Ende geht. Zu Ende gehen auch die wenigen, aber wunderbaren Tage hier. Morgen statten wir dem Weingut Schreckbichl – unserer Neuentdeckung hier – einen unverbindlichen Besuch ab 😉 und in wenigen Wochen sind wir wieder in Südtirol am Pfunderer Höhenweg.

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