Lieblingstour

Eine Rundtour vom Vilsalpsee über die Landsberger Hütte (1.805 m), Steinkarscharte (1.955 m) und Gappenfeldscharte (1.860 m) wieder hinab zum See

Der Lieblingsmann war noch nie auf der Landsberger Hütte/Lachenspitze und sucht noch Optionen für eine ‚Männertour‘, die nicht in Hochleistungssport ausarten soll. Dafür bietet sich das Tannheimer Tal immer an – schöne Wanderwege, hier und da eine Seilbahn, viel Wasser und viele gute Almen/Hütten. Für mich ist es bekanntes Terrain, auf dem ich unheimlich gerne unterwegs bin.

Unser Ziel ist es, vor 10.00 Uhr am Vilsalpsee zu sein, damit wir dort noch parken dürfen und nicht den kompletten Hatsch von Tannheim bereits vor der eigentlichen Wanderung in den Beinen zu haben.

Es gelingt uns, aber so ganz einfach ist es nicht. Obwohl wir natürlich wissen, dass der frühe Vogel am Berg den Wurm fängt. Auf dem Weg ins Tannheimer Tal sehe ich den ersten Dachs meines Lebens – leider weilt er nicht mehr unter uns… schade.

Ehe wir dann so aufbruchfertig unser Auto verlassen, ist es 10.00 Uhr und wir sind mit einem ganzen Pulk an Wanderern unterwegs am Ostufer des Vilsalpsees.

Die werden doch wohl nicht alle dahin wollen, wohin wir unterwegs sind? Doch … es zieht sich jedoch ganz gut auseinander. Anfangs im schattigen Wald geht es im Zickzack immer stetig bergauf. Von unten konnte man die Abbruchkante des Traualpsees schon sehen, so dass wir genau wissen, wo wir rauskommen und was dazwischen liegt. Es sind viele Familien mit Kindern unterwegs, die wirklich tapfer ‚an der Wand hochziehen‘. Am Traualpsee auf etwa 1.600 m machen wir eine kurze Rast für ein zweites Frühstück. Das bietet sich an, da es danach ein ganzes Stück geradeaus am See entlang geht und man mit Essen im Bauch nicht gleich weiter ansteigen muss. Die nächste ‚Stufe‘ zur Landsberger Hütte lässt dennoch nicht lang auf sich warten; die ist jedoch schnell genommen. Die kleine Lacke vor der Hütte ist fast noch ganz zugefroren und hier oben hat es noch einiges an Schnee.

Blick hinab auf den Traualpsee

An der Landsberger Hütte (1.805 m) stoppen wir kurz, um die weitere Tour zu besprechen. Dabei kommt mir eine richtig gute Idee für die Männertour und so entscheiden wir uns, zwar den gesamten Kessel hinter der Landsberger Hütte auszulaufen und bis zur Steinkarscharte auf 1.900 m zu laufen, aber die Lachenspitze auszulassen. Zur Scharte hoch müssen wir über einige Schneefelder, was hochwärts Spaß bereitet, beim Abstieg jedoch weniger, da man mit kurzen Hosen Unmengen von Schee in die Schuhe schaufelt. Dennoch hat es sich gelohnt, da die Aussicht heute wirklich herrlich ist.

Wieder an der Landsberger Hütte setzen wir unseren Weg nach Osten fort. An der kleinen Lacke vorbei müssen wir noch einmal ein paar Höhenmeter hinauf, wo wir etwas unterhalb der Schochenspitze auf 2.008 m den höchsten Punkt für heute erreichen. Der Plan ist jetzt, auf schönen breiten Wegen hinüber zum Neunerköpfle zu laufen und uns den Abstieg durch die Seilbahn zu ersparen.

Erst liegen noch ein paar große Schneefelder im Weg, dann schlendern wir gemütlich. Auf der Gappenfeldscharte zeigt ein Wegweiser jedoch auch hinunter zum Vilsalpsee. Das machen wir doch glatt. Den Weg zum Neunerköpfle kennen wir, daher steht diese Möglichkeit der Männerroute (umgekehrt gelaufen) und wir steigen hier ab. Ein schöner Steig, aber es ist ziemlich warm und es reicht irgendwie für heute. Wie immer gibt es in solchen Situationen Lichtblicke. Heute sind es plötzlich auftauchende Murmeltiere. Mit etwas Geduld und Ruhe kommt man in fotografierbare Nähe.

Zwei Rehe oder jedenfalls etwas in der Art, jedoch mit Geweih, verstecken sich im Schneefeld und verharren dort ganz still. Das ist der Vorteil, wenn man nahezu allein unterwegs ist, was auf diesem Abstieg der Fall ist.

Nach ungefähr der Hälfte des Abstiegs müssen wir einen Bach, der viel Schmelzwasser führt queren – nicht ganz ohne… Am Rand liegen große Schneeberge, die sich hinunter ins Tal ziehen. Das Ganze zieren umgeknickte Bäume – sieht nach ziemlich viel Naturgewalt aus, mit der das Holz mühelos herausgerissen wurde. Wahrscheinlich eine Lawine.

Wir kämpfen uns vorsichtig da durch, da wir auch keine Ahnung haben, wie fest oder locker der Schnee ist. Danach folgen noch wenige hundert Meter Forstweg, der dann in ein Asphaltsträßchen mündet und uns auf die Fahrstraße zum Vilsalpsee bringt. 15 Minuten später sind Apfelstrudel und Weißbier bereits bestellt – wir finden, sehr verdient.

ca. 12 km und 900 hm Auf-/Abstieg bei 4,5 h Nettogehzeit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.