Freundetour I – Wenn Engel wandern

Von Bad Hindelang zum Prinz-Luitpold Haus

Gastautor: Lieblingsmann

Eine in eher bierseliger Laune geborene Idee haben wir heute wahr gemacht: eine Männerwanderung mit Übernachtung auf einer Hütte in den Allgäuer Bergen. Das Ziel war schnell ausgemacht, es sollte das Prinz-Luitpold Haus (1846) am Fuße des Hochvogels sein.

Am Morgen um 8 Uhr ging es in Oy Mittelberg mit dem Auto Richtung Hinterstein und nach einem kurzen zweiten Frühstück in Bad Hindelang inklusive einem freundlichen Gruß der Kurgemeinde zur Parkplatzordnung haben wir kurz nach halb zehn unser Auto am Parkplatz „Säge“ in Hinterstein abgestellt.

Die erste Etappe zum Gasthaus „Grüner Hut“ war ein gemütliches Einwandern und bereits nach einer knappen halben Stunde hatten wir die 3 km zur Bushaltestelle am Gasthaus geschafft. Von dort gibt es einen Bustransfer zum Giebelhaus, wo der Aufstieg zum Prinz-Luitpold Haus eigentlich erst startet.

An der Bushaltestelle Grüner Hut angekommen sind wir nicht mehr alleine. Offenbar ist heute der Vereinsausflug des katholischen Kirchenchors oder des VDK, jedenfalls war auf einmal die Haltestelle zur Abfahrt Richtung Giebelhaus voll und schon stellte sich das Gefühl ein, dass ein Bus für diese Menschenmenge nicht ausreicht.
Glücklich, zwei Plätze im Bus zu erheischen werden wir in ca. 20 min die 10 km zum Giebelhaus gebracht. Unser Fahrer versorgt uns den ganzen Weg mit vielen interessanten und unterhaltsamen Informationen, u.a. zu den Klamms der Ostrach und den unzähligen schon hinabgestürzten Bussen.

Um 10:40 war es dann soweit und der Aufstieg zur Prinz-Luitpold Hütte kann nun endgültig starten. Auf einer zunächst noch geteerten Straße steigen wir langsam aber kontinuierlich auf überwiegend schattigem Weg bergan. Nach einer halben Stunde stehen wir vor der Wahl, direkt zur „Unteres Bärgündele Alpe“ aufzusteigen oder auf dem etwas längeren Weg auf der Forststrasse zu bleiben. Da wir Zeit haben, entschieden wir uns, auf der Forststrasse zu bleiben. Nach einer halben Stunde – schlag Mittag – treffen wir auf der Alpe ein und merken, dass die Hitze uns nicht nur Durst sondern auch Hunger bringt. Weißbier und Russn müssen her, ehe wir ein Meter oberhalb der Hütte an den Wasserfällen unsere mitgenommene Brotzeit vernichten.

Nun haben wir das Ziel bereits vor Augen – doch es gilt noch etwa 400 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg zieht sich nun kontinuierlich ansteigend in Serpentinen immer weiter zunächst den Grashang hinauf und dann schließlich über Geröll und in Stufen Stück für Stück der prallen Sonne ausgesetzt dem Prinz-Luitpold Haus entgegen. Wie so oft, wenn das Ziel schon sichtbar ist, scheint der Weg kein Ende zu nehmen, doch nach einer starken Stunde und einigen Trinkpausen später erreichen wir zwar nass geschwitzt aber mächtig stolz um 14:30 unser Ziel.

Oben angekommen beziehen wir unser 4-Bettzimmer und genießen dann auf der Terrasse erst einen ganz besonders leckeren Kaiserschmarren. Den Nachmittag und Abend verbringen wir mit süßem Nichtstun, spazieren rund um die Hütte, wo wir u.a. auch die hauseigene Schweine entdecken und fallen mit Allgäuer Käsespatzen schließlich pünktlich zur Hüttenruhe müde und geschafft in unser Bett.

Am nächsten Morgen werden wir ohne Wecker wach. Auf der Hütte beginnt schon vor 6 Uhr das Treiben und so sind auch wir kurz nach halb sieben bereits beim Frühstück. Hier merkt man, dass das Haus mit einer Materialseilbahn versorgt wird, jedenfalls gibt es von allem reichlich und wir können uns für den Abstieg ins Tal nochmal richtig stärken.

Das Prinz-Luitpold-Schwein

Bereits am Tag zuvor haben wir uns beim Hüttenwirt nach einem alternativen Abstiegsweg erkundigt und so bleiben wir vom Prinz-Luitpold Haus erst einmal auf der Höhe und schlagen den Weg in Richtung Edmund-Probst Haus (Nebelhorn) bzw. Laufbacher Eck ein. Dieser Weg führt hin zum Talschluss, wo vermutlich auch der Stierbach entspringt. Auf dem Weg müssen wir mehrere Schneefelder euren und obwohl wir kaum an Höhe verlieren, gilt es, höchste Konzentration walten zu lassen, ehe wir nach etwa 1,5 Stunden den Abzweig vom Höhenweg ins Tal endlich erreichen. Eine halbe Stunde später sind wir auf dem Forstweg angekommen und jetzt rollen wir nur noch talaufwärts, erreichen schließlich die Stelle, wo wir tags zuvor zur „Unteres Bärgündele Alpe“ abgebogen sind und sind um 10.40 wieder am Giebelhaus wo wir 24 Stunden vorher gestartet sind.

Doch wir entscheiden uns, erst einmal zu Fuß weiter ins Tal zu gehen, schließlich können wir während der ca. 10 km langen Fahrtstrecke zum Gasthaus Grüner Hut an 3 Haltestellen in den stündlich verkehrenden Bus einsteigen. Ungeachtet der zunehmenden Hitze marschieren wir ca. 1 Stunde weiter und nehmen erst an der Haltestelle Auele – von dort aus kann ma zum Schrecksee aufsteigen – für die letzten 4 km den Bus, der uns pünktlich um 12 Uhr am Grünen Hut ablädt. bevor wir die restlichen 2.5 km zum Parkplatz marschieren, gönnen wir uns noch eine kleine Brotzeit und landen schließlich um 13:30 am Ausgangspunkt unserer Tour, dem Parkplatz Säge.

Es war eine wunderschöne Rundtour, mit am Ende ca. 800 hm und etwa 20 km in den Beinen – ideal für eine 2 Tages-Männertour.

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