Auf den Spuren vom Kini II

Quer durch die Ammergauer Alpen – über die Klammspitze zur Kenzenhütte

Gastautor: Lieblingsmann

In der Nacht zieht dann schließlich doch noch ein Gewitter auf und es setzt Regen ein, der bis in den Tag hinein anhält. Die Wettervorhersage hat leider mal wieder nicht gepasst und nach dem Frühstück stellt sich die Frage: Was tun? Absteigen oder auf Richtung Kenzenhütte?

Im Gegensatz zu zwei anderen Gruppen, die den gleichen Plan hatten wie ich, entscheide ich mich für den Aufbruch zur großen Klammspitze und starte um 8:45 Uhr – gerade als der Regen mal eine kurze Pause macht.

Mit Regenhose und Regenjacke ist alles halb so wild und auch der Aufstieg zur Klammspitze war weniger kritisch als befürchtet. Einige ausgesetzte Stellen, wo der Weg vermutlich beim letzten Winter abgegangen ist, erfordern Orientierung und durch den Regen geht’s einfach etwas langsamer. Nach 1,5 Stunden stehe ich auf der Klammspitze (1924) wo der Regen tatsächlich kurz aufhört. Ich blicke zum einen runter ins Sägertal in die Richtung, aus der ich gekommen bin (Linderhof im Süden) und Richtung Norden auf den Unterammergauer Forst. Jeder Aufstieg zu einem Gipfel hat seinen Reiz – so auch dieser.

In der nächsten Stunde wandere ich den Klammspitzgrat entlang – nicht ohne die eine oder andere kritische Stelle, wo es an teilweise seilversicherter Stelle hoch und auch runter geht. Und plötzlich ist sie da – die freie Sicht auf den Forggensee und das Oberallgäu – ein wunderschöner Moment und die Faszination des Bergwanderns bekommt mal wieder ihren freien Lauf.

Nach einer weiteren halben Stunde erreiche ich den Abzweig zum Grubenkopf und entscheide mich kurzerhand, vor dem Abstieg zur Kenzenhütte noch die Stunde für diesen weiteren Gipfel (1847) in Kauf zu nehmen.

Zurück auf dem ursprünglichen Weg passiere ich die unbewirtschaftete Hirschwanghütte und erreiche schließlich den Bäckenalmsattel. Auch hier werden erneut Erinnerungen wach. Vor vielen Jahren sind wir von der Kenzenhütte hierher aufgestiegen und haben den Kesselrundweg gemacht. Der weitere Abstieg war demnach bekanntes Terrain, dennoch erfordert der Abstieg zur Kenzenhütte im regendurchweichtem schmierigen Lehmboden äußerste Konzentration.

Nach insgesamt 4,5 Stunden erreiche ich schließlich die Kenzenhütte (1294). Es ist mein erster Wandertag, den ich komplett in Regenkleidung gemacht habe. Dank meines guten Materials blieb ich weitgehend trocken und war mal wieder froh über diese Investition.

Auf der Hütte angekommen gibt es eine warme Dusche und auch Strom fürs Handy – allerdings kein Empfang 😉 Ich gebe ein Lebenszeichen über das Hüttentelefon an die Cheffin zu Hause und genieße den Abend auf der Hütte.

Gehzeit mit Abstecher zum Grubenkopf 4:45
Insgesamt ca. 500 Höhenmeter auf

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