Sehnsucht nach mehr

Wanderung auf dem Naturnser Sonnenhang zum Giggelberg

Ich hänge immer noch etwas hinter der Zeit, da ich gerade gar nicht so viel Lust und Zeit habe, alle Touren zu verbloggen. Ich habe mich jetzt dennoch mal aufgerafft, die letzten beiden Wanderungen des Südtirol Urlaubs einzustellen, das waren nämlich die schönsten.

Nachdem wir Freitags alle vier gefaulenzt haben, gehen wir heute getrennter Wege ;-). Wir fahren mit dem Bus nach Naturns zur Seilbahn Unterstell. Trotz mehrfachen Umsteigens sind wir schnell da – Gästekarte inkl. ÖPNV-Ticket von Algund sei Dank.

Wir schweben am Naturnser Sonnenhang nach oben und haben so nach wenigen Minuten bereits eine herrliche Aussicht ins Vinschgau runter und die umliegenden Berge. Der Nachteil – es geht dann auch sofort richtig los; kein warmschlendern. Wir laufen erst an einer Aussichtsplattform vorbei, auf der es aufgrund der Tiefblicke schon etwas kribbelt…

Von dort aus krabbeln wir uns aufwärts, bis wir auf den Wanderweg 24 kommen, auf dem wir den ganzen Tag auch bleiben. Erst hier merken wir so richtig, dass wir heute auf einem Teilstück des Meraner Höhenwegs laufen – das wollte ich schon seit längerem und idealerweise nicht nur ein Stück.

Wir biegen rechts in den Weg ein und kommen schon nach kurzer Zeit am ersten Gasthof vorbei. Die Speisekarte liest sich verführerisch, aber das geht jetzt wirklich noch nicht. Wir kommen an einigen interessanten Bergbauernhöfen vorbei – einem ganz modernen mir Panoramafenstern und Mega-Aussicht für die Kühe und einem ganz urigen, der förmlich am Hang klebt und bei dem die schwere Arbeit wahrscheinlich noch schwerer ist. Von dort aus verlieren wir kräftig an Höhe, die wir vermutlich irgendwo wieder aufholen dürfen. Ich lerne, dass Höhenwege nicht nur eben sind. Wir sammeln schon ordentlich Höhenmeter. Beim Gasthof Pirch sehen wir, dass das alles erst der Anfang war. Auf uns wartet jetzt die 1.000-Stufen-Schlucht.

Wir stärken uns noch kurz und tauchen dann erst einmal in schönen sattgrünen Mischwald ein und steigen – wirklich auf Stufen – erst einmal ein Stück auf. Danach geht es ordentlich abwärts in eine Schlucht hinunter, die wir auf einer neuen Hängebrücke queren. Auf der anderen Seite geht es natürlich bergauf. Oben bin ich ganz glücklich, dass es doch so glimpflich abgegangen ist und wundere mich über die Übertreibung mit den 1.000 Stufen. Hätte ich mal lieber das Bild beim Pirchhof genauer angeschaut. Die Kondition ist noch weit weg von Normal.

Also geht es wieder abwärts in die nächste Schlucht und dann in Serpentinen stramm bergauf. Dann auch noch begleitet von Regen. Oben angekommen hört es auf zu regnen, die Sonne kommt wieder raus und es geht endlich so dahin, wie ich mir Höhenwege vorstelle – in leichtem Auf und Ab. Es dauert noch ein ganzes Ende, bis wir endlich das Dach vom Giggelberghof sehen. Hunger haben wir jetzt am frühen Nachmittag schon ordentlich.

Jetzt gibt es kurz vor dem Urlaubsende für mich noch einen Südtirol-Klassiker – Bauernomlette mit Speck und Käse. Beim Essen keimt bei uns langsam der Gedanke, in unserem Sommerurlaub den kompletten Meraner Höhenweg zu laufen. Da wir entscheidungsfreudig sind, ist es für uns klar, noch ehe wir mit der Seilbahn auf Partschinser Boden landen.

Da das mächtige Omlette noch etwas schwer im Magen liegt, entscheiden wir uns noch, die knappe Stunde zu unserer Ferienwohnung durch die Apfelwiesen zu laufen. Meraner Höhenweg – wir sehen uns in knapp 3 Monaten wieder 🙂

16 Kilometer / 4 Stunden / ca. 700 hm

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