Welcome to Africa (II)

Mit Startschwierigkeiten von Grootfontain nach Divundu am Okavango 

Das Schöne auf einer Farm ist, dass man als Gast in das Leben voll integriert wird. Heute Morgen gab es ein ausgiebiges Familienfrühstück, wie immer in Namibia, mit Eiern, Speck, Pilzen, und so weiter. Es gab selbstgebackene, noch warme Semmeln und ein wunderbares Brot mit Körnern. Wieder ein Tag ohne Toastbrot…
Gepackt ist schnell, aber gefahren nicht. Heute haben wir zwar Luft in allen Reifen, aber anspringen mag es nicht. Mit den Worten von Götz, dem Betreiber der Farm: „Welcome to Africa!“

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Blick über die Dornhügelfarm

Mit Starthilfe sind wir ein paar Minuten später unterwegs, jedoch zurück nach Grootfontain. Der erste Händler vertreibt keine Batterien, der zweite ist „to busy“ und beim dritten haben wir endlich Glück. Er prüft die Batterie, mit dem Ergebnis, dass sie total in Ordnung ist. Er würde uns halt eine Ersatzbatterie mitgeben. Also erst einmal AVIS fragen. Die Frage ist schnell gestellt, die Antwort ist schwierig und braucht einen Rückruf. Auf den warten wir bei fast 30 Grad eine halbe Stunde. Es passiert nichts. Christoph wird etwas unruhig, so dass wir von den uns zur Verfügung stehenden Alternativen, warten, Batterie einfach kaufen oder nochmals anrufen,  die letzte Variante wählen. Es war gut so, denn die Dame erklärte uns, dass wir keine Ersatzbatterie kaufen sollen. Wir sind per GPS auffindbar und sie werden uns anrufen und mitteilen, wo wir aufgepickt werden.

Na dann, mit 90 Minuten Verspätung gehen wir auf die mit 468 km längste Tagesetappe. Wir verstehen längst, warum immer mindestens zwei Nächte pro Station angeraten sind. Die letzten Tage waren geprägt von Fahren, Schlafen, Essen. Viel mehr gab es nicht. Dazu ist das Land und der Urlaub fast zu schade. Daher freuen wir uns, in den noch folgenden Lodges mindestens zwei Nächte zu verbringen.

Wir fahren durch eine relativ grüne Landschaft,  was für Namibia sehr verwundert. Aber hier oben im Nordosten gibt es einfach viel Wasser.  Es ist, entgegen den Angaben in der Karte, relativ dicht besiedelt, jedoch nicht in unserer Denkart. Es gibt kein Dörfer, sondern lose versprenkelte Ansammlungen  von Hütten. Im Vergleich zum unglaublich trockenen Damaraland, geht es den Menschen hier vergleichsweise gut. Es gibt Infrastruktur, wie Schulen, Busverkehr, Einkaufsmöglichkeiten. Alles jedoch nicht vergleichbar mit Zentralnamibia oder gar Deutschland.  Auch die Kühe, und davon gibt es hier wahrlich genug, sind viel dicker und glänzender als im Damaraland.

Unser erster und einziger Zwischenstopp ist Rundu, an der Grenze zu Angola und laut Reiseführer, die mit ca. 60.000 Einwohnern, am schnellsten wachsende Stadt Namibias. Man hat ein Bild im Kopf und trifft dann unmittelbar auf die Realität. Es sind Unmengen von kleinen Hütten, die sich in alle vier Himmelsrichtungen rund um eine Kreuzung mit einer Tankstelle und einem Hotel in der Nähe ausbreiten. Eine andere Stadt als in meinem Kopf.

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Das ist Afrika

Von hier aus fahren wir parallel zur Grenze zu Angola, die der Okavango markiert, gen Osten. Nach nochmals 200 km kommen wir in Divundu im Caprivistreifen im Nordosten Namibias an. Der erste Blick auf den Okavango, ist nach den ausgedörrten Wüstenregionen der letzten Tage ein wunderbarer Anblick.

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Der erste Blick auf den Okavango

Es sind nur noch wenige Kilometer bis zur Lodge. Sie liegt  oberhalb des Flusses und fast jedes Häuschen hat einen unverbauten Blick auf den breiten, träge dahin fließenden Fluß. Hier machen wir mal richtig Pause.

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Wir schauen der Sonne beim Untergehen von unserer riesigen Terrasse aus zu und essen unter freiem Himmel am Fluss zu Abend – endlich gab es mal Oryx, worauf wir lange gewartet haben.

Übrigens warten wir noch immer auf den Anruf von AVIS. Wir haben jedoch schon eine Strategie. Mal sehen, ob die hier in Namibia aufgeht.

2 Kommentare zu „Welcome to Africa (II)“

  1. Hallo Judith und Christoph, wunderbarer Bericht, kann euch im Geist bis zum Okavango folgen. Dort sind wir in einem größeren Schlauchboot dem Sonnenuntergang entgegengefahren. Allerdings wurden wir auch vor den Krokodilen gewarnt, Einheimische machten Jagd auf die Schnappis. Freue mich sehr über euren Blog! Viele Grüße und weiterhin umwerfende Erlebnisse wünschen euch Brigitte und Burghardt

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