10 kg – 1.600 hm – 14 km – Einstieg in den Pfunderer Höhenweg

Von Sterzing zur Simile-Mahd-Alm 

Unsere Anreise nach Sterzing war dieses Mal etwas aufwändiger, da wir 3 Tage gebraucht haben. Unseren Hochzeitstag haben wir in Verona verbracht und nach einer Regenwoche in München die Sonne in vollen Zügen genossen. Am Sonntag haben wir noch eine Stippvisite am Gardasee eingelegt, um letztendlich in einem Vorort von Brixen zu übernachten. Heute Morgen hat alles wunderbar gepasst – 7.00 Uhr konnten wir bereits frühstücken und anschließend waren wir in Windeseile in Sterzing. Unser Auto steht wohlbehütet im Parkhaus und wir sind bereits 8.30 Uhr im Supermarkt, um unsere Brotzeit für unterwegs zu kaufen – jetzt kommen die letzten zusätzlichen Gramm in unsere 10 kg schweren Rucksäcke. Wenig später sind wir unterwegs nach Wiesen, dem Einstieg zum Pfunderer Höhenweg. Einem letzten Cappuccino für die nächsten Tage können wir nicht widerstehen, weshalb wir noch einen Schlenker in den Ort hinein machen. Aber jetzt gibt es keine Ausreden mehr – es geht los. Vor uns liegt die Etappe mit den meisten Höhenmetern und gleich am Anfang gibt es satt davon. Die kulinarischen Sünden der letzten Tage schwitzen wir bei dem schwülwarmen Wetter auch gleich mit aus. Bis zum Aussichtspunkt Gschließegg auf 1.600 m haben wir bereits 900 hm in den Beinen und damit auch das Schlimmste hinter uns. Jetzt gibt es leichtes Auf und Ab – wir fliegen förmlich zu unserer Mittagspause auf der Pfitschalm. Wir machen es uns mit Vinschgerln und Kaminwurzen auf einer Wiese gemütlich. Gerade den letzten Bissen im Mund hören wir Kuhglocken relativ schnell nahen. Da packen wir schnell unsere Rucksäcke und verschieben den Nachtisch auf später.

Wenn wir das hier gewusst hätten, wäre unsere Pause nicht so abrupt zu Ende gegangen.

Die Kühe haben alle Zeit der Welt und bleiben genau dort stehen, wo wir drüber müssen. Hm, also gibt es jetzt erst einmal den Pfirsich. Vielleicht ändert sich etwas an der Situation. Weit gefehlt. Uns überholt ein Wanderer, der am stacheligen Weidezaun entlang läuft und irgendwo durchkrabbelt. Wir machen es ihm mit viel Akrobatik nach und lösen so unser Problem.

In der nächsten Stunde geht es wieder ordentlich nach oben zum Jägerjöchl – welch ein Zungenbrecher für mich… Hier bekommen wir einen ersten Ausblick auf die Grasberge der nächsten Tage. Und Grad ist auch das Motto der nächsten 90 Minuten. Wir queren fast höhengleich die Grasflanke eines Berges. Es ist ziemlich anstrengend zu laufen  – ein schmaler Steig, ziemlich geneigt und man muss bei jedem Schritt wirklich Acht geben,  dass man nicht auf ein nachgiebiges Grasbüschel tritt. Sonst geht es ungebremst abwärts. Noch ein paar letzte Meter bergan zum Trenser Joch und ab da geht es fast nur noch abwärts zur Simile-Mahd-Alm.

Rucksack vom Rücken, Bergschuhe aus und einen Platz in der Sonne ergattert.

Unsere telefonische Reservierung ist zwar nicht angekommen, aber es ist genügend Platz. Platz ist auch im Bauch, also genehmigen wir uns erst einmal Apfelstrudel. Zur Feier des Tages gibt es auch noch ein 2-er Zimmer. Das ist nach dem Tag heute genug Lohn.

Morgen erwartet uns die kürzeste Etappe der Tour, so dass wir es heute gemütlich ausklingen und morgen ebenso angehen lassen können.

All denjenigen, die mehr technische Details zur Tour möchten und auch die Erlebnisse zu einer etwas raueren Zeit und abseits der Wärme der gemütlichen Hütten nachempfinden möchten, sei der Artikel auf Bergzeit.de empfohlen. Viel Spaß beim Lesen und Nachwandern.

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