Nichtstun in den Bergen 

Warmlaufen von St. Christina auf den Col. Raiser 

Der erste Urlaubstag ist eigentlich dem Nichtstun vorbehalten – keine Bergtour und schon gar keine anstrengende. Das ist zumindest aus Sicht des Lieblingsmannes der perfekte Urlaubseinstieg. Man kann ja zumindest bei gutem Wetter mal darüber nachdenken, doch etwas zu unternehmen. So eine kleine Tour zumindest. Die Gröden App liefert gute Anregungen. Also beginnt jetzt die Überzeugungsarbeit. 

Auch wenn es heute morgen kein klassisches „Südtirol-Sonnen-Wanderwetter“ ist, gehen wir trotzdem los. Auf dem Weg zum Einstieg erkunden wir St. Christina. Es ist immer wieder schön, direkt vor der Haustür loszulaufen. Unser Ziel ist der Col. Raiser, ein Aussichtsberg im Norden von St. Christina und natürlich, wie fast alles hier, mit einer Seilbahn erschlossen. Die ignorieren wir und laufen anfangs auf asphaltierten Wegen bergan. Es ist steil, zumindest eine Erklärung für meine Kurzatmigkeit. Die zweite: Wir sind auf 1.400 m.

Lang- und Plattkofel im ersten Winterkleid

Man sieht, es hat geschneit und das auch erst letzte Nacht. Mal sehen, ob wir noch eines der höher liegenden Ziele im Laufe der Woche angehen können.

Hier ist alles voll erschlossen,  so dass wir alle 30 min. sicher eine Hütte finden würden… und offen sind sie auch noch alle. Wir laufen jetzt auf einem Forstweg, der für uns noch zum Irrweg wird stramm aufwärts. Ich wollte die Tour zum Warmlaufen etwas ausdehnen, was mir nur insofern gelungen ist, als dass wir 500 m hin und dann wieder zurück laufen mussten. Es war zwar keine klassische Sackgasse, aber der Weg zum Col. Raiser von dem Punkt aus einfach 4 h länger 🙂

Wieder auf dem richtigen Weg kommen wir bald zur Regensburger Hütte (2.037m). So richtig ist uns noch nicht nach Pause zumute und es ist frisch hier oben. Wir laufen weiter zum Col. Raiser, immer mit Blick auf die Geislerspitzen. Hier hat es einige Hütten und die Odleshütte hat es uns angetan. Von hier oben starten einige wunderbare Touren im Nationalpark Puez-Geisler. Dann werden wir die Seilbahn doch noch nutzen, um zu den Dolomitenschönheiten zu gelangen.

Für heute reicht es bergauf. Im leichten Regen starten wir den Abstieg. Dass es hier in den letzten Tagen ordentlich geregnet hat, sehen wir an unseren Schuhen. Die sind mit dem ganzen Schlamm mindesten doppelt so schwer. Ab der Gamsbluthütte kommen wir auf einen schönen breiten Waldweg, der uns nach St. Christina hinunter bringt. Die Sonne kämpft den ganzen Tag und beschert uns beim Abstieg einen schönen Blick zur Seiser Alm und zum Schlern.

Wir bummeln hinab ins Dorf, nehmen auf dem Weg zu unserer Wohnung noch die eine oder andere Sackgasse mit, so dass wir in Summe auf knapp 1.000 hm und 13 km für das geplante Nichtstun kommen. Auf der Terrasse des Nachbarhotels genießen wir die nachmittägliche Wärme und überlegen bereits, was wir morgen machen – auf jeden Fall etwas mehr als Nichtstun…

Im Hintergrund die verschneite Sellagruppe

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