Von Feldrand (1.300 m) über das Missensteiner Joch (2.128 m) zur Meraner Hütte (1.960 m) – 6. Etappe der Sarntaler Hufeisentour
Die Voraussetzungen für guten Schlaf waren gegeben – ein Einzelzimmer im Hotel mit wirklich bequemen Bett, Ruhe und ordentlich Bewegung tagsüber waren gegeben, aber wahrscheinlich hat im Kopf noch viel nachgearbeitet. Lange Rede, kurzer Sinn – es war eine schlechte Nacht und ich war deutlich vor dem Weckerklingeln wach. Um etwas Zeit zu gewinnen bin ich mit einer Runde Yoga in den Tag gestartet und habe dann ausgiebig gefrühstückt. Gegen 9:00 Uhr bin ich gestartet und ich war froh, dass alles passte und ich die 6. Etappe in Anspruch nehmen konnte. Das Wetter: perfekt. Die Füße: okay. Die Muskeln: etwas müde aber grundsätzlich in Ordnung.
Vom Penserjoch (2.211 m) über das Gröllerjoch (2.557 m) nach Feldrand (1.300 m) – 5. Etappe der Sarntaler Hufeisentour
Eigentlich hatte ich für heute die Überschrift „Richtungswechsel“ geplant, aber der Tag hatte Anderes vor. Die Richtung habe ich natürlich gewechselt. Das Penser Joch ist der nördlichste Punkt der Tour und ab heute wendet sich der Weg nach Süden und die Sonne scheint ins Gesicht, statt auf den Nacken. Doch heute Morgen zeigt sie sich noch nicht so richtig. Bei dem herrlichen Frühstück im Alprosenenhof zeigt sich vielmehr ein herrliches Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken. Und die Sonne gewinnt.
Von der Flaggerschartenhütte (2.481 m) zum Gasthof Alpenrose am Penser Joch (2.211 m) – 4. Etappe der Hufeisentour
Heute ist der erste Tag, an dem uns gleich morgens strahlender Sonnenschein erwartet. Nix wie Schuhe an, Jacke drüber und raus. Vor der Hütte weidet eine kleine Herde Schafe und es ist eine wunderbare Stimmung mit dem See, der Hütte und dem sanften Morgenlicht. Es ist windstill und angenehm mild. Nach dem übersichtlichen und etwas unorganisierten Frühstück wollen alle irgendwie gleich weg von hier – ich auch.
Vom Latzfonser Kreuz (2.305 m) zur Flaggerschartenhütte (2.481 m)– 3. Etappe der Sarntaler Hufeisentour
Die zweite Nacht im Lager war so etwas wie due Vorhölle. 20 Menschen haben über das gesamte Dachgeschoss der Hütte verteilt geschlafen und die Fenster waren offen – soweit so gut. Allerdings fließt bei einigen doch recht viel Alkohol, der dann insbesondere bei der männlichen Spezies dazu führt, dass sie den Weg ins Bett nur lärmend finden und gefühlt eine Minute später diesen Lärm in Schnarchlärm zu verwandeln. Es war ein wahres Konzert und ich habe sehr lange kein Auge zugetan – trotz Ohrstöpsel. Aber: Here comes the sun und ein neuer Tag brach an.
Von Sarnthein Riedelsberg (1.503 m) zum Rittner Horn (2.261 m) – 1. Etappe der Sarntaler Hufeisentour
2019 hatte ich meine letzte Hüttentour allein, daher ist es doch etwas ungewohnt, allein nach Südtirol zu fahren, allein im Gasthof zu Abend zu essen und heute morgen allein alles zu packen, einen Parkplatz zu finden und zu starten. Aber kaum merke ich, dass alles läuft, ist alles gewohnt. Man muss halt die Dinge mit sich selbst ausmachen. Zum Beispiel eine Stunde auf den Wanderbus in Sarnthein zu warten, weil Frau mal wieder nicht richtig gelesen hat. Das hätten mindestens 30 Minuten länger schlafen sein können.
Wieder eine Runde am Tschögglberg – Möltener Frühlingswiesen
Es war gestern so schön, dass wir heute einfach wieder eine Tour am Tschögglberg suchen. Über http://www.meranerland.org gibt es Inspiration genug, wobei ich jetzt gerade beim Schreiben die Tour zu den Frühlingswiesen dort nicht mehr finde – warum auch immer. Da wir die Runde gelaufen sind, bin ich zumindest sicher, dass es sie gibt.
Ostern in Meran könnte eine neue Art unserer Leidenschaft für Südtirol werden. Das zweite Jahr in Folge war es wieder nur wunderbar – anders als in der Großfamilie letztes Jahr, aber dennoch herrlich. Nach einem sanften Einstieg mit Shopping in Meran und einer leichten, hier nicht verbloggten Wanderung zu St. Jakob und St. Apollonia in Grissian gibt‘s heute endlich den lang ersehnten Saisonauftakt.
6. und letzte Etappe des Meraner Höhenweges – vom Pirchhof über das Hochganghaus zu den Muthöfen
Mindestens, aber dazu gleich mehr.
Den Abend haben wir mit Blick auf Meran und das Vinschgau hinunter bei echt südtiroler Küche ausklingen lassen und sind schon deutlich vor der ‚Hüttenruhe‘ um 22.00 Uhr in unserem Hexenhäusl im Bett gelegen. In der Nacht hat es gewittert und anschließend schön entspannt geregnet, so dass uns am Morgen ein blank geputzter Himmel erwartet und den Start auf diese lange Etappe versüßt. Vor dem Frühstück muss jeder Gast eine Runde ‚Stöckchenwerfen‘ mit Lumpi, dem Hofhund, spielen – da kommt keiner aus. Vom reichhaltigen Frühstück bleibt so viel, dass wir uns ein Brot für unterwegs richten können. 7.30 Uhr sind wir unterwegs und wissen, was uns als erstes erwartet – die 1.000-Stufen-Schlucht. Erst geht es noch einmal richtig hoch, damit sich der Abstieg hinab zur Hängebrücke auch lohnt. Mit ordentlich Gepäck auf dem Rücken muss man auf den kleinen Stufen ordentlich achtgeben. Das entfällt beim Aufstieg, der jedoch so früh am Tag schon anstrengend ist. Dafür bin ich oben wach. Auf der anderen Seite geht es nochmals hinab und dann in vielen Kehren – von einladenden Himbeersträuchern unterbrochen – hinauf. Danach geht es erst einmal gemächlich in leichtem Auf und Ab, aber aufwärts gefühlt immer auf angelegten Stufen hinüber zum Giggelberg (1.565 m). Meinen Beinen gefallen die Stufen mit den teilweise hohen Tritten gar nicht und sie werden müde bzw. sie waren noch nie munter 😉
5. Etappe des Meraner Höhenweges –vom Eishof (2076 m) im Pfossental über das Schnalstal zum Pirchhof (1.445 m)
Gestern gab es ein wunderbares 3-gängiges Abendessen mit Kartoffelsuppe, Gemüselasagne und Zitronenmousse mit frischen Früchten. Alles liebevoll angerichtet – perfekt. Da uns der Tag doch in den Knochen steckt liegen wir bereits 21.00 Uhr in unseren Betten und schlafen, nachdem Stück für Stück Ruhe in der Hütte einkehrt, ganz gut in unserem 6er Zimmer. Da ist es auch okay, dass 6.00 Uhr die Nacht vorbei ist und wir bereits 6.45 Uhr beim Frühstück sitzen. 40 Minuten später sind wir unterwegs – frühester Start auf dieser Tour.
Das Wetter ist angenehm und die Sonne krabbelt langsam hinter den Bergen hoch. Wir laufen mehr als eine Stunde das Pfossental hinaus und erfahren links und rechts auf interessanten Schautafeln einiges über die Flora, Fauna und Bewirtschaftung des Tales.
Einer der vielen Wasserfälle des Pfossentals
Etwas südlich von Karthaus biegen wir ins Schnalstal ein und laufen, meist auf schönen Waldwegen im Schatten auf St. Katharinaberg zu. Hoch oben auf einer Wiese machen wir ein Obstfrühstück und genießen den Blick.
Blick auf St. Katharinaberg im Schnalstal
Der Weg bleibt ähnlich, meist im Wald und auf schönen Steigen erreichen wir eine wichtige Wegmarkierung, den Montferthof, bei km 10 unserer heutigen Etappe – Halbzeit. Ab jetzt laufen wir ungefähr auf 1.400 m von Bergbauernhof zu Bergbauernhof, mal mit, mal ohne Ausschank. Bei einer kleinen Kapelle machen wir Mittagsrast und strecken die müden Beine auf der Wiese aus. Man merkt die Kilometer und den Abstieg heute morgen schon etwas. Also rasten wir nicht zu lange, sonst mag man meist nicht mehr so gerne.
Unweit der Seilbahn Unterstell betreten wir bekanntes Terrain, da wir im Mai hier eine Tagestour gestartet haben und ein Stück auf dem Meraner Höhenweg gelaufen sind. Das war die Inspiration für die gesamte Tour. Daher wissen wir auch, wo wir uns noch ein Stück Kuchen gönnen – am Galmainhof. Ich esse Marillenstrudel und werde absolut nicht enttäuscht. Von hier aus sind es noch ca. 30 Minuten zum Pirchhof. Damit im Zielspurt noch etwas draufgepackt wird, gibt es jetzt Sonne pur, Asphalt und nach oben. Aber auch das hat ein Ende und das Ziel ist da.
Pirchhof am Naturnser Sonnenberg
Wir schlafen hier im Hexenhäusl – so gabe ich es genannt. Muss wohl an mir liegen 😉
Es ist einfach, aber völlig in Ordnung. Es hätte auch ein Lager sein können und das hätte ich heute nicht unbedingt gebraucht. Jetzt sitzen wir sauber und entspannt auf der Terrasse und genießen diesen Blick:
Gehzeit: 5 Stunden 40 Minuten / Strecke: 21 Kilometer und 1.000 hm Abstieg, 600 hm Aufstieg