Dornenvögel

Von Tintinara in die Grampians

Wir werden 9.00 Uhr von Nerida, der Tochter unserer Vermieterin zur Farmtour abgeholt. Es ist eine von drei Farmen der Familie. Wir fahren über riesige Weideflächen zu den jungen Rindern. Sie werden als Kälber gekauft und bleiben ein Jahr auf der Weide. Si gut geht es wahrscheinlich den wenigsten Kühen bei uns. Die Rinder hier haben fast luxuriös viel Fläche zur Verfügung und werden daher oft von Weide zu Weide getrieben – das vermeidet lt. Nerida, dass die Tiere zu bequem werden.

Auf der nächsten Weide stehen die Jährlinge, die bald verkauft werden. Produziert wird für den australischen Markt. Das sieht man hier auch bei jedem Metzger und im Supermarkt.

Wieder zurück von den Weiden, sehen wir uns das Gebäude an, in dem im August immer hunderte von Schafen geschoren werden. Das, die Weite und auch das Bild von der Farm erinnert sehr stark an den “Dornenvögel“.

Nach einer Stunde ist es vorbei und wir brechen in Richtung Grampians auf. Wir fahren vorbei an endlosem Weideland, welches ab der Grenze zu Victoria in Getreide- und Luzerneanbau und später wieder in Farmland übergeht.
image

Die Städte werden etwas größer und sehen auch wieder mehr nach Stadt aus, so dass wir eher in Versuchung kommen, anzuhalten. Da wir uns die nächsten Tage komplett selbst versorgen werden, müssen wir noch unsere Vorräte etwas auffrischen. Deshalb gehen wir auch das erste mal zum Bäcker. Es gibt immerhin zwei Sorten Brot – Toastbrot weiß und Toastbrot wholegrain (Vollkorn 🙂 ). Ansonsten Pies, Torten und ähnliche kalorienarme Sachen. Wenn wir schon beim Einkaufen sind, versuchen wir noch den lokalen Metzger. Auch hier gibt es eine perfekte Auswahl, so dass die Entscheidung schwer fällt.
image

Auf den Highways ist im Vergleich zu Deutschland nahezu kein Verkehr und man kann sehr entspannt fahren. Die Aussies transportieren unheimlich viel von A nach B und bevorzugen dafür vor allem:

image
Da schlägt das Truckerherz höher

Die Grampians – ein kleiner Gebirgszug – erheben sich plötzlich aus dem flachen Land vor uns. Und wenig später erreichen wir unser Ziel, Halls Gap. Wir bleiben hier für drei Nächte und werden etwas wandern gehen. In unserer Bungalowsiedlung graßen die Kängurus direkt vor den Hütten.
image

Koalas sind hier in den Grampians aufgrund einer Krankheit leider ausgestorben und auch noch nicht erfolgreich wieder angesiedelt worden.

Wir wünschen allen, die uns folgen, einen guten Start in die Arbeit, für Schule und Kindergarten. Diejenigen, die es nicht betrifft, sind aus der Ferne natürlich auch lieb gegrüßt.

Einsame Farmen und Salzseen

Tintinara und die Limestone Coast

Für mitten im Nichts war ausschlafen angesagt. Damit wir nicht zu träge werden, klopft es 9.00 Uhr an unsere Tür. Unsere Vermieterin muss heute nach Adelaide und wollte uns noch ein paar Ausflugstipps geben. Vollgepackt mit Informationen für den heutigen Tag und eine Verabredung für morgen zur Farmbesichtigung starten wir in den Tag.

Nach dem Aussie-typischen Frühstück mit Toast, Früchten, Müsli, Eiern und Schinken (heute ohne) fahren wir erst einmal nach Tintinara hinein. Es ist mehr als mancher Flecken, durch den wir gestern gefahren sind, aber eigentlich ist es nicht viel mehr als Tankstelle, Supermarkt, Schule, Bank und Kirche und dennoch Anlaufstelle für die ansässigen Farmer. Das Leben muss man schon wollen. Den Nachbarn sieht man hier garantiert nicht, wenn man nicht direkt hinfährt.

Auf dem Weg zur Limestone Coast fahren wir 50 km ausschließlich an Farmland vorbei. Kein Ort, nichts!

Hier am Meer befinden sich durch Dünen abgetrennt viele Salzseen und Lagunen. Im Frühjahr brüten hier unzählige Vogelarten. Vom Aussichtspunkt sind die erhofften Pelikane leider nicht zu sehen.

Dann machen wir in Salt Creek halt erst einmal Pause. Salt Creek ist das Zentrum des Nationalparks und besteht genau hieraus:
image

Der Burger ist der beste in Australien bisher und die Chips sind ein Traum (sagt die Nicht-Pommes-Esserin).

Gestärkt starten wir zum Salt Lake Walk. Der Weg verläuft zwischen einem See, der im Sommer austrocknet und aufgrund des enthaltenen Karbonats ganz weiß aussieht und einer Art Lagune. Es ist alles sehr schön angelegt und beschriftet und wir treffen unterwegs genau zwei Menschen. Einfach herrlich.

image

image

Auf dem Rückweg fahren wir den Highway an der Küste entlang und bekommen schöne Eindrücke von den vielen Salzseen, Lagunen und dem Lake Albert.

Jetzt sitzen wir vor unserem Cottage in der Sonne und genießen den frühen Abend.

image

Der letzte Inseltag

Von Kangaroo Island nach Tintinara

Augen auf und es ist stahlblauer Himmel. Heute ist packen angesagt. Da wir erst um 17.30 Uhr einen Platz auf der Fähre haben, bleibt uns noch ein ganzer Tag auf der Insel. Rückblickend der schönste Tag auf KI.

Als erstes steuern wir Emu Bay an, der schönste Badestrand der Insel. Bis wir dort sind ist vom blauen Himmel nichts mehr übrig und Christophs Wunsch, endlich im Meer baden zu gehen, bleibt weiterhin unerfüllt. Es ist wirklich ein herrlicher Strand, viele Boote im Wasser, einfach perfekt – bei anderem Wetter. Als es anfängt zu regnen, fahren wir nach Kingscote, unsere Einkäufe machen. Als wir den Supermarkt wieder verlassen, sieht die Welt schon besser aus.

Wir starten den nächsten Versuch zur D‘ Estress Bay zu kommen. Dort soll man sehr gut Muscheln sammeln können. Leider sind viele Gravel Roads aufgrund Überflutung gesperrt, so das wir in den letzten Tagen schon einige Fehlversuche hatten.
image

Auch heute fahren wir von einer gesperrten Straße zur nächsten. Meist merken wir erst auf dem Rückweg, dass sie gesperrt waren. Es wäre wahrscheinlich eine der vielen Zufahrten zur Bucht trotz Sperrung befahrbar gewesen. Dennoch wollen wir aufgrund der horrenden Strafen und des nicht vorhandenen 4×4 nur begrenztes Risiko eingehen.

Bei unserer Umherkurverei entdecken wir einige schöne Lagunen, Salzseen und Buchten.

Mittags gibt es frische Austern und gegrillten Marron (ein Krebsart, die wie ein Hummer in klein aussieht), für ganz wenig Geld im Oyster Farm Shop. Der gehört zu einer Austernfarm, die dort, sehr einfach gestaltet, ihre Ware für Privatkunden anbieten und einen kleinen Imbiss betreiben. Mittlerweile lacht die Sonne wieder und wir können draußen sitzen.

Von da aus erkunden wir die Dudley Peninsula und kommen an den bisher windigsten Punkt der ganzen Reise – Cape Willoughby. Ein netter Leuchtturm, aber vor allem perfekte Ausblicke auf das unter uns brodelnde Meer.

image
Leuchturm am Cape Willoughby
image
Da war Standfestigkeit gefragt

Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Abstecher zu schönen Aussichtspunkten gemacht und endlich mal die Sonne genossen.
image

Als wir gegen 18.30 Uhr von der Fähre fahren, stehen uns noch 260 km Fahrt bevor. Da wir schon sehr viele tote Kängurus gesehen haben, veursacht die Fahrt in die Dunkelheit hinein etwas Magengrummeln. Zumal wir, wieder auf dem Festland unmengen von grasenden Kängurus neben der Straße sehen.  Wir fahren die Fleurieu Peninsula wieder zurück bis in die Adelaide Hills und dann ins Land hinein. Weites Land mit ganz wenig bzw. nichts. Die Weite ist manchmal unbegreiflich. Hin und wieder führt der Highway durch “Städte“ hindurch, die auf der Karte eingezeichnet sind, jedoch nicht mehr als Tankstelle und Motel zu bieten haben. So eine Stadt ist wohl auch Tintinara, unser heutiges Ziel. Unser Cottage liegt 4 km außerhalb und ist in der Dunkelheit nicht so einfach zu finden. Das gelingt uns und wir nehmen es 22.00 Uhr in Besitz.

Der nächste Känguru-Versuch

Flinders Chase Nationalpark

Der gesamte Westen der Insel wird vom Flinders Chase Nationalpark eingenommen. Wir fahren eine knappe Stunde durch dicht bewachsenes Buschland, ehe wir am Visitors Center angekommen sind. Der Mitarbeiter an der Rezeption verabschiedet uns mit „Tschüß“, nachdem er erfahren hat, dass wir aus Deutschland kommen.

Auf geht es zum Admirals Arch, mit Leuchtturm und Robbenkolonie. Auf dem Weg dahin sehen wir das erste Känguru, leider tot am Straßenrand. Wir suchen immer die Eukalypthusbäume nach Koalas ab. Da haben wir jedoch auch kein Glück.

image

Vom Admirals Arch ist es nicht weit zu den remarkable rocks, ausgewaschenen Felsen, die 75 m über dem Meer thronen. Der Wind hier ist sagenhaft und die Brandung auch.

image

Wieder zurück zum Visitors Center überfällt uns ordentlicher Hunger. Ich hatte vorhin etwas von Känguru Burger gelesen – also nix wie hin ins Cafe. Der “Känguru“ Burger war ein klassischer Fehler: Es handelte sich um einen Kangaroo Island Burger. Den haben wir trotzdem genommen, nicht wissend, was King George White ist. Wir warten und warten und freuen uns auf unseren Burger (Fleisch erhoffend) und irgendwann kommt….Fisch! Wenig Fisch mit ganz viel Rohkost. Es war alles sehr gut, vor allem gesund, dennoch haben wir immer verstohlen zu den Nachbartischen geschaut …

image

Am Nachmittag steht die Nordküste auf dem Programm. Wir fahren zur Stokes Bay und sehen kurz vorm Strand endlich eine Herde Kängurus grasen. Wunderbar, dass es auch lebende Exemplare auf der Insel gibt. Um den Strand von Stokes Bay zu erreichen, muss man etwas durch die Felsen klettern. Sehr lohnenswert, denn dann erreicht man quasi einen Swimmingpool im offenen Meer, da ein Teil auf natürliche Art und Weise durch Steine vom Meer getrennt ist.

Den Rückweg fahren wir über Sand- und Schotterpisten durch Farmland. Tiere gab es nur noch in Form von Schafen und Rindern zu sehen.

Kangaroo Island und keine Kängurus

Die Südküste der Insel

Wir starten mit einem ausgedehnten Frühstück in den Tag. Damit unsere Vermieter überhaupt merken, dass wir da waren, nehmen wir uns für unterwegs noch Sandwiches mit.

Wir fahren in Richtung Seal Bay, dort hat es eine große Seelöwenkolonie. Den ersten Abstecher unternehmen wir jedoch zur benachbarten Bucht, um etwas am Strand entlang zu laufen. Dabei sehen wir eine große, dicke, schwarze Schlange. Da wir auf uns selbst bedacht waren, gibt es leider keine Fotos davon.
image

Jetzt geht es aber endlich zu den Seelöwen. Über einen Bordwalk können wir ziemlich nah heran laufen. Es gibt zur Zeit gerade Seelöwenbabys, die wir auch zu Gesicht bekommen.

image

Die Seelöwen sind immer drei Tage im Wasser zum Jagen und Fressen. Danach ist für drei Tage ausruhen am Strand angesagt. Und so liegen sie dann auch, aufgereiht, wie auf der Perlenschnur.

Am Nachmittag fahren wir noch zu einem der schönsten Strände der Insel. Auf Kangaroo Island gibt es einige Lagunen, an die wir trotz mehrerer Versuche nicht herankommen. Die Schotterpisten sind meist geschlossen oder wenn nicht, führen sie nach ein paar Kilometern doch wieder zu einer geschlossenen Straße. Also machen wir uns auf den Rückweg. Ein kurzer Abstecher für einen flat white (Cappuccino ohne Kakao obendrauf…) und kostenlosen WiFi-Zugang nach Kingscote und dann zurück noch etwas Sonne auf der Terrasse genießen.
image

Einer unserer Nachbarn

Stürmische See

Von Aldgate nach Kingscote auf Kangaroo Island

Wenn uns von Helens Freunden keiner das Geräusch der Koalas vorgemacht hätte, wären wir in der Nacht wohl in unseren Betten gestanden; so aber konnten wir dem nächtliche Theater in Nähe des Hauses entspannt lauschen.

Heute war sehr frühes Aufstehen angezeigt, da um 10.00 Uhr unsere Fähre von Cape Jervis ablegt und wir bis dahin noch 130 km übers Land fahren müssen. Im Packen und vor allem schnell packen sind wir geübt, so dass wir pünktlich 7.30 Uhr abfahren können. So wie es die ganze Nacht geregnet hat, regnet es immer noch. Das dürfte für diese Jahreszeit eher untypisch sein, hilft jedoch, die Brandgefahr zu reduzieren. Wir sehen unterwegs ganz viele Kängurus in freier Wildbahn – endlich. Man muss jedoch schon genau hinschauen, da sie wirklich gut getarnt sind.

Wir erreichen unsere Fähre bequem und haben auf dem Schiff wieder mal kostenloses WiFi, so dass wir kurz Kontakt mit dem Rest der Welt aufnehmen können (What’s App, Blog veröffentlichen, E-Mails, Süddeutsche Zeitung online lesen).

Da ich noch nie auf einer Fähre war, hat Christoph nur wissend gelächelt. Es war doch ganz ordentlicher Wellengang, aber alle Befürchtungen, meine und Christophs, sind nicht eingetreten. Es hat sogar zu einem Cappuccino gereicht. Die 50 Minuten Überfahrt sind schnell vorüber und wir sind auf Kangaroo Island. Auf dieser Insel sind alle ursprünglich in Australien beheimateten Tiere vertreten. Den größten Teil der Insel nimmt ein Nationalpark ein, in dem diese u.a. angesiedelt sind. Die Feinde, meist aus Europa eingeschleppt, mussten draußen bleiben.
image

Da ist vor wenigen Augenblicken unser Auto ausgespuckt worden

Auch hier regnet es bei 14 Grad; zum Glück haben wir auch genügend warme Sachen dabei. Da wir uns hier mit Ausnahme des Frühstücks selbst versorgen, fahren wir in die Inselhauptstadt Kingscote, um unsere Vorräte etwas aufzustocken. Wir finden einen Metzger und probieren den auch aus. Es ist etwas völlig anderes als bei uns. Viel kleiner, total fleischlastig. Das was es gibt, ist jedoch perfekt und deutlich günstiger als daheim. Den Rest holen wir im einzigen Supermarkt hier und dann kaufen wir noch frischen Fisch und Muscheln. Gut versorgt fahren wir wieder raus aufs Land und besuchen eine Eukalypthusfarm, auf der v.s. Eukalypthusöl gewonnen wird. Es wird wie Obstbrand durch Destillatin produziert und in Reinform oder in div. Produkten verkauft. Noch etwas eingekauft und dann machen wir uns auf den Weg zu unserer „Hütte“. Etwas abgelegen an einem Fluss stehen zwei Pavillions, von denen wohl einer für uns ist.
image

Pavillions Kangaroo Island

Wir sehen niemanden und umschleichen erst einmal beide Häuschen. Christoph geht in eines rein und findet auf der Küchenzeile einen Willkommensbrief. Es ist alles wunderbar hier, nur wo ist das Schlafzimmer und das Bad?

Es dauert etwas, ehe wir feststellen, dass es wohl im Nachbarhaus sein muss. Also haben wir für drei Nächte das ganze “Anwesen“ für uns allein. Wir haben Frühstück dabei und die ganze Küche steht voller Nahrungsmittel – zwei Brote, Obst, Eier, Joghurt, div. Sorten Schinken, O-Saft und Milch (je 2,0l) und je zwei Croissants für jeden Tag. Falls ihr uns nicht mehr wiedererkennen solltet, dann liegt es wohl daran.

Jetzt schauen wir mal, ob die Koalas und Kängurus, wie beschrieben, bis an das Haus herankommen.

Endlich Tiere

Adelaide Hills

Da es ein sehr gemütliches Silvester war, sind wir auch in der Lage, schon deutlich vor Mittag unseren Ausflug zu starten. In der Nähe befindet sich der Cleland Wildlife Park, den wir als erstes aufsuchen. Aufgrund der großen Hitze ist heute ein “total fire ban“, so dass manches geschlossen ist und man um Himmels Willen nichts tun darf, was Buschbrände auslösen könnte. Deshalb hat wohl auch der auf dem Weg liegende Botanische Garten geschlossen. Wir kommen im Cleland Park genau zur Koala-Fütterungszeit. Ein Koalaweibchen sitzt da und wird mit Eukalyptusblättern gefüttert und man kann immer als Familie oder Paar zum Koala hin und ihn streicheln. Der Ranger gibt einige Informationen und beantwortet Fragen. Verwunderlich, aber der Koala rennt nicht weg. Doch nicht so ganz verwunderlich, da die Eukalyptusblätter, von denen sie sich ausschließlich ernähren zwar viel Wasser enthalten, aber nicht viele Nährstoffe, so dass Energiesparen angesagt ist. Sie kucken ganz knuffig und das Fell ist übrigens ganz weich.
image

Wir sehen auch ein paar gefährliche Tiere, wie den Tasmanischen Teufel und Echsen. Das ist heute das erste Mal, dass wir hier Tiere gesehen haben (Ausnahme sind Vögel). Dieses riesige Land erinnert streckenweise an Namibia, aber es sind nahezu keine Tiere zu sehen.

Auf riesigen Flächen weiden hier Kängurus, Wallabies und Emus und wir Besucher können mitten hindurch laufen und die Tiere auch füttern. Manche sind vom vielen Futter schon satt, aber ein paar Willige gibt es dennoch.

image

Sie haben ganz weiche Schnauzen und legen manchmal ihre Vorderpfoten auf meinen Händen ab. Wirklich eine witzige Angelegenheit.

Den Nachmittag verbringen wir in Hahndorf, einer ehemals deutschen Siedlung (Lutheraner), die das „deutsche“ auch heute noch pflegen. Etwas touristisch, aber witzig zu sehen, was die hier unter deutscher Küche (Käsekrainer, Wiener, Haxe und Sauerkraut) verstehen. Es gibt Restaurants mit deutscher Volksmusik und Hofbräubier. Wir entscheiden uns dagegen und essen einheimisch 🙂

Es gibt auch hier in Australien etwas für die heimatlichen Gefühle:

image

…und nicht “made in China“, was definitiv näher liegen würde. Nein, es ist Original Seiffen…

Unser Rückweg führt uns durch die Weihnregion hier. Leider haben heute aufgrund des Feiertags alle Kellereien geschlossen. Aber wir kommen noch in einige Weinbaugebiete in Australien, so dass wir es verkraften können.

Mittlerweile regnet es ziemlich stark (bei 30 Grad), so dass wir unsere Tour für heute beenden.

Silvester mit Überraschung

Von Alice Springs nach Adelaide

Nach unserem gestrigen Ruhetag erwarten uns vor der “Silvesterparty“ noch ein paar Aktivitäten.

Unsere Obsteinkäufe von gestern sind unser überschaubares Frühstück. Wir haben danach immer noch vier Äpfel übrig, die wir entweder essen oder vor dem Flug wegwerfen müssen, da selbst innerhalb des Landes für Obst und Gemüse tw. harte “Einfuhr“bestimmungen gelten.

Da wir 10.00Uhr auschecken müssen, fahren wir gleich zum Flughafen, da ist es wenigstens kühl drin. Heute strahlt die Sonne wieder erbarmungslos vom blauen Himmel. Vormittags sind es bereits 37 Grad.

Wir futtern vor der Schleuse noch einen Teil unserer Äpfel und schreiben die ersten Karten – ja, es gibt welche 🙂

Es sind nur zwei Stunden Flug nach Adelaide. Wir kennen uns jetzt schließlich mit den Zeitzonen in Australien aus. Die Landschaft unter uns ändert sich wenig. Roter Sand, gelber Sand, Salzseen.

Irgenwann ist das Meer zu sehen und bald darauf fliegen wir über Adelaide. Es mutet eher wie ein riesiger Vorort an, da es fast ausschließlich bungalowähnliche Häuser gibt. Ab hier sind wir ungebunden, da wir endlich einen fahrbaren Untersatz haben. Die riesigen Koffer passen genau in unseren Ford Focus. Der Flughafen ist mitten in der Stadt und unser Ziel sind die Adelaide Hills; also müssen wir quer durch die Stadt. Da wir uns nach vielen Abenden Restaurantessen auf etwas Selbstgemachtes freuen, heißt es vorher noch zu Woolworths zu fahren. Ich habe einen mit Liquor Store ausgesucht, damit wir wenigstens eine Flasche Sekt zum Anstoßen haben. Das Einkaufen hier macht riesig Spaß. Tolle Produkte, Preise okay. Eigentlich sollte es heute Abend Känguru geben; die Packungsgröße war jedoch nicht auf zwei Personen ausgelegt. Dann also doch Beef.

Wir finden unser Ziel in Aldgate ohne Probleme. Die Straßennamen stehen auf den Richtungsschildern drauf, so dass man sich sehr gut orientieren kann. In den Cladich Pavillions werden wir von Helen, einer sehr netten, älteren Dame herzlich begrüßt und nach der Besichtigung der Wohnung auf einen Drink am Abend eingeladen. Also schnell das Auto ausgräumt, geduscht und ab in Helens und Andrews Garten. Ihre Abendgäste sind schon da, was heißt, dass Konversation in Englisch in größerer Runde angesagt ist. Grummel, Grummel. Aber es war wunderbar, alle total aufgeschlossen. Wir sind mit Vorspeisen fast gemästet worden, haben Champagner getrunken und alle waren sehr interessiert an uns. Interessant auch die ehem. Berufe der Gäste, von Backpackerhotelbesitzern über einen Hufschmied, der in ganz Australien angefragt wurde, bis hin zu Blair, der Farmer und deren Familien im Outback bei Problemen beraten und unterstützt hat. Nach fast zwei Stunden “kämpfen“ wir uns los und gehen in unseren Pavillion. Es war ein sehr schöner Teil des Abends und es hat riesigen Spaß gemacht mit diesen Leuten ein, zwei Gläser zu trinken, zu erzählen und etwas von deren entspannter Lebenseinstellung mitzubekommen.

Bei uns gibt es nur noch einen Teil der leckeren Sachen, die wir gekauft haben, da Helens Vorspeisen sehr gut geschmeckt haben 🙂
Wir genießen unser Essen auf der Terrasse bei geschätzten 28 Grad und mit einem sehr guten australischen Rotwein.

image

30 Minuten nach dem Feuerwerk in Sydney sind auch wir hier dran und wir rutschen 9.5 Stunden vor Euch ins Neue Jahr.

Wir wünschen allen auch auf diesem Weg alles Gute für das Neue Jahr.

Mitten im Nichts

Alice Springs

Das wird ein kurzer Blogeintrag werden.
Es gab keinen Wecker. Ich glaube fast, dass wir im Urlaub die Rollen tauschen, was unsere Schlafbedürfnisse angeht. Ich war 7.00 Uhr wach. Nach etwas Trödelei habe ich mal Wäsche gewaschen. Trocknerbenutzung können wir uns sparen, das geht hier im Wüstenklima draußen schneller.

Nachdem ich alle Blogs der letzten Tage geschrieben und veröffentlicht habe und es mit großen Schritten in Richtung Mittag geht, gewinnt der “Überlebenstrieb“ und ich wecke Christoph. Hier im Ressort gibt es leider nichts zum Frühstücken zu kaufen, so dass wir die 2 km in die Stadt laufen müssen.

Im Red Dog Cafe gibt es Pancakes und Big English Breakfast. Wir stellen beim Essen fest, dass wir uns in Zukunft auf eine Portion einigen. In der Hitze ist Essen durchaus anstrengend. Um die Hälfte zurückgehen zu lassen, ist es definitiv zu teuer.

Wir statten dem  Woolworths einen Besuch ab, um uns mit Obst und Getränken auszustatten. Endlich macht Einkaufen mal Spaß. Die Preise, für Sachen, die wir mögen, sind gut. Die Obstauswahl verlockt zum besinnungslosen Einkauf. Witzig ist, dass es in diesem riesigen Supermarkt keinen Wein, etc. zu kaufen gibt. Dafür gibt es nebenan einen Liquor Store.
image

Blick in Richtung Zentrum von Alice Springs

Alice Springs hat um die 25.000 Einwohner und ist von Wüste umgeben, die relativ grün ist, da es in letzter Zeit häufig geregnet hat. Die Wüste wird bewirtschaftet. Es finden sich hier riesige cattle stations (Farmen), die tw. größer sind als kleine europäische Länder. Ansonsten…nichts, gar nichts. Da muss man schon sehr hart gesotten sein, um hier sein Leben zu verbringen.

Den höchsten Bevölkerungsanteil nehmen mit 24% die Arborigines ein. Es erinnert uns an Südafrika und Namibia, wobei ich noch keinen Arborigines, mit Ausnahme beim Infocenter am Uluru habe arbeitend gesehen. Nicht in Hotels, nicht in Restaurants oder an den Flughäfen hier.
image

Das meist ausgetrocknete Flussbett

Zurück im Hotel ist Nichtstun angesagt. Noch etwas Schwimmen im Pool, Reiseführer lesen und Abends lecker indisch essen. So ein Tag muss auch mal sein. Und wir stellen fest, dass wir jetzt endlich auch in der australischen Zeit angekommen sind.
image

Die Straßennamen stehen oft auf großen Sandsteinblöcken

Wandern im Sonnenaufgang

Kings Canyon

Genau um Mitternacht ist ein kleiner Sandsturm über uns hinweggefegt, der für uns “Draußenschläfer“ schon ungewöhnlich war. Sand in den Augen und im Mund und komische Geräusche. So schnell wie er gekommen war, ist er auch wieder vorbei.

3.40 Uhr prasselt das Feuer und der Wassertopf für den Kaffee steht drauf. Wir stehen ganz schnell auf – bei nur einer Toilette und 16 Leuten ist das eine gute Idee. Daher sind wir auch vor den anderen fertig.

Um 5.00 Uhr ist Abfahrt und es sind wirklich alle pünktlich. Es steht uns die anstrengendste Wanderung bevor. Es sind zwar wieder nur 7,5 km, jedoch liegt der größte Teil der Runde in der Sonne und am Anfang sind doch ein paar Höhenmeter zu machen.

Janner weist alle Gruppen in ihre Runden ein. Wir machen die große Runde mit und starten mit weiteren vier Teilnehmern. Im Vergleich zu anderen Wanderern merkt man, dass wir und die Österreicher unserer Gruppe an Berge gewöhnt sind. Wir sind ziemlich schnell oben und schnaufen lang nicht so, wie viele andere.
image

Ausblick auf unserer Tour

Zwei Tage vorher ist an diesem Berg jemand gestorben. Man nennt den Berg auch “heart attack hill“. Das sagt alles. Von oben eröffnet sich schon ein schöner Blick in den Kings Canyon, der durch Erdverschiebung entstanden ist und nicht durch einen Fluss ausgespült wurde. Damit ist er ein echter Canyon. Wir umrunden auf unserer Tour das gesamte Ende des Canyons. Es gibt wundervolle Ausblicke und Farbenspiele. Hier oben bläst ein ordentlicher Wind, so dass das Laufen in der Hitze nicht zu anstrengend ist. Damit haben wir richtig Glück, so Janners Aussage. Wir machen eine ausgiebige Rast am Garden of Eden, einem natürlichen Wasserloch oben auf dem Plateau. In der Nähe müssen wir auch am einem australischen Wizzard vorbei. Der größten Echse hier, die zwar nicht giftig ist, aber gern hinterherläuft und beißt.
image

Garden of Eden

Wir sehen Buschtomaten, liegen am Rand des Canyons und schauen in die Tiefe (Hüte festhalten, sonst liegen sie unten bei den anderen) und sehen Dinge, an denen die andere Gruppen vorbei laufen.

Nach knapp vier Stunden haben wir nur noch den Abstieg vor uns, auf dem wir merken, wie es ohne Wind hätte sein können. Dann hätten wir die drei Liter Wasser pro Person komplett gebraucht.

Der Rest der Gruppe wartet auf uns und wir fahren zu einer in der Nähe liegenden Camp site. Dabei kommen wir an dem südlichsten Zipfel des Canyons vorbei, von dessen höchstem Punkt man Kata Tjuta und den Uluru sehen kann, die mit dem Kings Creek in einer Reihe liegen.

Wir sind die ersten auf der Camp site, so dass unsere Küche direkt neben dem Pool ist. Der Pool ist der größte unserer Tour und bietet mit sicherlich 28 Grad Wassertemperatur eine angenehme Erfrischung. Es gibt Mittags ein echtes australisches Barbecue, mit Würstchen und gegrilltem Burger, Salat…

Danach gibt es einiges an Strecke zu überwinden und einen erheblichen Teil davon auf roten Sandpisten.
image

Aktion Feuerholz
Unterwegs müssen wir wieder Feuerholz sammeln, was in der Hitze wirklich keinen Spaß macht. Nachmittags kommen wir an der nächsten Übernachtungsstation an – für die anderen. Wir, d.h. Katrin aus der Schweiz, Henning und seine Freundin aus Dänemark und wir beiden fahren mit dem Bus nach Alice Springs weiter, da unsere Tour hier endet.

Alles Gepäck der anderen und das Holz müssen raus. Wir gehen einen australischen Eiskaffe (sehr lecker und ganz anders als bei uns) trinken und versorgen uns noch mit eiskalter Coke. Ein anderer Guide bringt uns die 130 km nach Alice Springs. Wir checken im Palms Dessert Ressort für zwei Nächte ein. Es ist ganz nett hier, mit Pool und kleinen Bungalows. Blöd nur, dass es auf der Anlage nichts zu Essen gibt und das “Stadtzentrum“ zu weit entfernt ist, um heute Abend dahin zu laufen. Also gehen wir in das benachbarte Hotel, welches einen so guten Inder hat, dass wir morgen gleich noch einmal dahin gehen. Da wir seid 18 Stunden wach sind, fallen uns beim Essen fast die Augen zu.