Willenskraft ist ausverkauft

1. Etappe des Iseltrails von Lienz nach Huben

Für den Fluss das Ende und für uns der Start. Den haben wir bereits gestern Abend in Augenschein genommen, am Zusammenfluss  von Isel und Drau.

Wir starten entspannt mit einem guten Frühstück in den Tag, beschleunigen dann jedoch unseren Aufbruch etwas, da ab Mittag Gewitter angesagt sind. Da wir mehr als 20 km vor uns haben, möchte ich die Zeit, die wir im Regen laufen müssen, möglichst gering halten. 8.30 Uhr ist Aufbruch und nach Zwischenstopps in der Tourismusinformation für Karten und beim Bäcker (für Semmeln), stehen wir Schlag 9.00 Uhr an unserem Startpunkt und lassen Lienz auf einem Naturlehrpfad hinter uns. Es hat gestern gewittert, so dass die Luft wunderbar frisch und klar ist. Beim Schloss Bruck mündet der Weg in den Katzensteig – schönes Auf und Ab im Wald immer neben dem tosenden Fluss – ein Paradies für Rafting, worauf auch die vielen Anbieter hindeuten. Bei Oberlienz testen wir die Schaukelbrücke und schauen flussabwärts nach Lienz zurück.Lienzer Dolomiten im Hintergrund

Über Wiesen, immer direkt neben der Isel schlängeln wir uns in Richtung Ainet. Hier hätten wir noch einmal eine gut zu erreichende Einkaufsmöglichkeit, die wir links liegen lassen. Für heute sind wir gut versorgt. Auf der Iselpromenade – immer schön in der Sonne – geht es tapfer in Richtung St. Johann im Walde. Dort wollen wir unsere Mittagspause verbringen. Das wichtigste ist, eine Bank im Schatten zu finden. Die Sonne ist unbarmherzig und von Wolken oder, wie angekündigt, Gewittern ist keine Spur zu entdecken.

Der immer gerade Weg fordert schon seinen Tribut. Es fällt einfach schwer in der Hitze einfach nur so geradeaus dahinzutrotten. Sicher, der Fluss ist da und mit ihm immer eine wunderbare Geräuschkulisse und eine gelegentliche frische Brise. Aber sonst….


Nach 16 km ist es uns egal, ob wir idyllisch rasten oder nicht. An der Feuerwehr St. Johann futtern wir unsere Vorräte und strecken unsere müden Füße lang. Neben uns werden Gruppen fürs Rafting vorbereitet. Das ist eher nix für mich, da ich bestimmt eine der ersten wäre, die das Paddel loslässt 😉

Auf zum letzten Abschnitt für heute, von dem wir glauben, dass es 5 km sind. Die Rahmenbedingungen sind unverändert – Sonne, Hitze und inzwischen viel Schweigen – nicht zwingend zur inneren Einkehr, sondern um durchzuhalten. Ein Schritt nach dem nächsten…

Endlich kommt Huben in Sicht und mit dem Ort gleich ein Cafè am Ortsrand. Es gibt Apfelstrudel und es ist nach der Tour natürlich der absolut beste und die Sahne lässt – für den Moment – keine Wünsche offen. Wir müssen zum Schluss noch ein Stück auf der anderen Iselseite zurücklaufen, um zu unserer Unterkunft zu kommen. Ein letztes Mal den Willen für heute bemühen, dann einchecken und in einen entspannten Nachmittag gleiten. Nach 23 km und damit 8 km nach der Mittagspause ist das verdient.

Ganz ohne Abendessen wollen wir trotz Strudel nicht bleiben und der Lieblingsmann will uns  – wie homepage und Infomappe ankünden – zum Abendessen anmelden. FEHLANZEIGE – wir könnten ja nach Lienz oder zum Gasthof Steiner nach Matrei gehen.  Sehr witzig. Gegangen sind wir wahrlich genug heute. Ich entscheide mich spontan für hungern. Das ist dem Lieblingsmann jedoch wirklich nicht recht.

Die Haltestelle ist nur 400 m entfernt und 15 Minuten später befinden wir uns eben dort und warten auf den Bus nach Matrei Feld. Zum Glück haben wir reserviert, so dass wir nach 15 Minuten bergauf vor dem Steiner stehen und uns auf unser Essen freuen. Irgendwie bleibt mir dennoch das Essen etwas im Hals stecken, da der nächste Bus zurück in 20 Minuten fährt oder um 22.00 Uhr, also in 3,5 Stunden… Oh Mann. Laufen fällt definitiv aus, also muss ein Taxi her. Plötzlich kommt die Osttiroler Gastfreundschaft ins Spiel. Ein Mann der Familie am Tisch neben uns verschwindet kurz und wenig später ist klar, dass er uns die 5 km zurück fährt. Wie nett ist das denn. Einmal Schnaps für alle und wenig später sitzen wir im Auto zurück in unserer ‚Hotel‘. 


Jetzt sitzen wir auf dem Balkon und genießen die Abendstimmung hier in den Bergen. Nass geworden sind wir nicht wirklich – ein kurzer Schauer an der Haltestelle war alles.

23 km – 5 h 30 min – 150 hm

Ein vorsichtiger Blick über die Grenze

Von Nesselwängle (1.136 m) auf die Krinnenspitze (2.000 m)

So lange haben wir das Tannheimer Tal und seine Berge in unserer aktiven Zeit noch nie links liegen gelassen – sind die Gipfel doch immer herrliche Tagestouren mit etwas Anspruch. Als wir endlich wieder durften, passte meistens das Wetter nicht. Für eine Wanderung zu dritt ist es immer gut, auf Bewährtes zurückzugreifen, damit es keine unliebsamen Überraschungen gibt. Nachdem die Krinnenspitze letztes Jahr unser Abschlussgipfel bei herrlichstem Novemberwetter war, fällt die Wahl schnell auf sie – nicht zu steil, nicht zu flach, schöne Aussicht und viele Hütten.

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Irgendwo gibt es immer ein bisschen Schnee

Von Grän (1.138 m) zum Adlerhorst (1.350 m)

Zum Abschluss des Urlaubs bin ich ziemlich unentschlossen, was wir bei dem herrlichen Wetter machen sollen. Es gibt einfach zu viele Optionen – Langlaufen, Skifahren, Schneeschuhwandern, … Wir entscheiden uns für etwas ganz einfaches, ein bisschen wandern.

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Von der Sonne geküsst

Schneeschuhtour von Zöblen (1.087 m) auf den Schönkahler (1.688 m)

Die freien Tage wollen wir zum Jahresstart ziemlich aktiv verbringen. So erholen wir uns am Besten. Das Wetter unterstützt unsere Pläne und da im Tal – nicht einmal im Tannheimer Tal – ausreichend Schnee für klassische Langlaufloipen liegt, müssen wir halt etwas höher hinaus. Zum Einstieg in den Schneeschuhwinter gibt es eine mittelschwere Tour auf den Schönkahler… und ja, er ist oben auch irgendwie kahl.

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Alles nur Zugabe – und davon jede Menge

Von Nesselwängle (1.136 m) auf die Krinnenspitze (2.001 m)Bereits letzten Sonntag hat unser Saisonabschluss für die Wandersaison 2019 mit der Tour auf den Säuling stattgefunden. Aber dieses Wetter können und wollen wir nicht ignorieren. Durch die geschenkte Stunde können wir beides – gemütlich in den Tag starten und dennoch relativ früh starten, zumindest für unsere Verhältnisse.

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Spaziergang auf dem Mond

Vom Kleinwalsertal auf und über das Gottesackerplateau

Wenn man an einem sonnigen, spätsommerlichen Samstag im September zum Berg will, sollte man früh aufstehen oder viel Zeit einkalkulieren. Wir haben uns unbewusst für das Letzte entschieden. Nicht weit von der Haustür fahren wir als drittes Auto hinter einer Herde Kühe her. Es dauert….

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Es bleibt mir heute nichts erspart oder: es ist alles dabei

Vom Vilsalpsee auf das Gaishorn

Vor fast sieben Jahren, als wir das erste Mal auf dem Gaishorn waren, habe ich noch nicht gebloggt. Damit dieser herrliche Aussichtsgipfel nun endlich hier Eingang findet, musste es heute diese Tour sein. Wärme, Südhang, Startzeitpunkt – alles egal. Na ja, fast – 10.00 Uhr muss man am Vilsalpsee sein, sonst darf man nicht mehr bis zum See fahren. Macht Sinn und wir sind – denken wir – mit 9.00 Uhr richtig früh dran.

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Freundetour II – Bei Sonne kann jeder

Von Mittelberg auf die Mindelheimer Hütte (Elferkopfrunde)

Gastautor: Lieblingsmann

Eine Auszeit birgt die Möglichkeit, Dinge zu tun, die man schon immer mal tun wollte und dazu gehören auch Auszeiten unter Männern. Nach der Freundetour I („Wenn Engel wandern“) mache ich eine weitere Tour mit einem Freund, dieses Mal ist es die Mindelheimer Hütte (2.058), Sie steht schon länger auf der Liste der Ziele in den Allgäuer Hochalpen und ist geeignet für eine 2-Tages Tour für Jungs, die nicht nur die sportliche Herausforderung suchen.

Für den Aufstieg bieten sich verschiedene Wege entweder von der deutschen (z.B. Talstation der Fellhornbahn bei Oberstdorf) oder aber von der österreichischen Seite aus im Kleinwalsertal an. Erst am Morgen entscheiden wir uns aufgrund der Wettervorhersage für den Aufstieg von Mittelberg im Kleinwalsertal über das Gemsteltal – die Runde um den Elferkopf (2.387) ist eine der kürzeren Varianten und die 1200 Höhenmeter Aufstieg sind auf überwiegend gutem Weg, was bei Regen Priorität hat.

Wir starten kurz nach 10 Uhr am Parkplatz in Innerbödmen (1.163) und gehen zunächst immer entlang dem Gemstelbach einen Forstweg seicht bergan. Wir passieren die Bernhardsgemstelalpe und erreichen nach 45 Minuten die bewirtschaftete Hintere Gemstelalpe. Dort beginnt der Aufstieg zur Oberen Gemstelalpe (1.694 – n.b.) und da nun Regen einsetzt, stülpen wir uns noch Regenhose und Regenjacke über; da wir von Anfang an auf Regen eingestellt waren, beeinträchtigen uns die Wetterbedingungen zunächst nicht und wir steigen zügig durch den Regen auf, passieren die Obere Gemstelalpe und erreichen nach einer knappen Stunde bereits die Sterzerhütte (1.858). Und so plötzlich wie der Regen kam, hörte er auch auf und für einen kurzen Moment konnten wir sogar blauen Himmel und den Gipfel vom großen (2.533) oder kleinen Widderstein (2.236) – man weiß es nicht genau – sehen.

Hochmotiviert geht es weiter, doch sogleich setzt der Regen wieder ein und jetzt kommt kräftiger Wind und Kälte dazu und so quälen wir uns über den Grenzpunkt Koblat (2.040) weiter über einzelne Schneefelder immer weiter bergan bis wir schließlich den Sattel zwischen Geißhorn und Wildengrundkopf erreichen. Der Wegweiser stellt eine Stunde bis zur Mindelheimer Hütte in Aussicht. Jetzt geht’s bergab, doch Regen und Geröll im steilen Hang erfordern Trittsicherheit und Konzentration. Bereits nach einem starken halben Stunde erblicken wir das grüne Dach der Mindelheimer Hütte und um 14 Uhr haben wir unser Tagesziel erreicht.

Es gibt einen Trockenraum, Strom und zwei Plätze im Lager. Die Hütte ist nahezu ausgebucht und jeder Tisch ist mit Familien, sowie großen und kleinen Wandergruppen quer durch alle Altersklassen besetzt.
Eine warme 60 Sekunden Dusche und ein Apfelstrudel später war der Himmel dann plötzlich blau und vom Regen keine Spur mehr.

Wie genießen das einfache Hüttenleben mit gutem Essen und Schachspiel und fallen pünktlich zur Hüttenruhe um 22 Uhr in die Kojen. Die Nacht im Lager mit 10 weiteren Wanderkameraden war erneut überraschend ruhig – die einzigen Schnarchgeräusche kamen von direkt neben mir 😉

Um 7 Uhr waren wir beim Frühstück und routiniert sind wir bereits vor 8 Uhr startklar für den Abstieg. Bei trockener aber sehr kühler Witterung starten wir Richtung Kemptner Scharte und nehmen vor dem Abstieg ins Wildental noch kurzerhand den Kemptner Kopf (2.191) mit, damit wir wenigstens einen Gipfel erklommen haben.

Plötzlich nehme ich ein Geräusch wie ein Klacken wahr, das ich zunächst nicht zuordnen kann. Als das Geräusch näher kommt, erkennen wir zwei Steinböcke, die im diesigen Morgenlicht kraftvoll miteinander kämpfen und klackend die Hörner aneinander schlagen. Ein Schauspiel der besonderen Art in der noch recht frühen Morgenstunde, das von einer ganzen Steinbock Herde beobachtet wird.

Am Gipfelkreuz angekommen zieht es sehr schnell zu, dennoch ist die Rundumsicht nach Hoher Ifen und Gottesacker im Nordwesten und auf die Allgäuer Hochalpen im Osten grandios.

Ob der unsicheren Wetterlage machen wir uns rasch an den Abstieg. Hinein ins Wildental ist dieser zunächst sehr steil und geröllig und wir sind froh, die teilweise seilversicherte erste Passage heute im trockenen bewältigen zu können.

Nach etwa 45 Minuten passieren wir die Hintere Wildenalpe und von hier an ist der Weg dann nur noch steil, doch sehr gut begehbar.

Eine Stunde später später erreichen wir schließlich die Untere Wiesalpe (1.290), wo wir dann für eine abschließende Brotzeit einkehren, ehe wir die letzte Etappe hinab ins Tal nach Mittelberg nehmen. Die letzten 2 Kilometer geht es dann immer der Breitach entlang leicht aufwärts und wir erreichen nach etwa 4,5 Stunden unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz in Innerbödmen.

Alles in allem trotz des schlechten Wetters am Aufstiegstag eine sehr schöne Rundtour um den Elferkopf, bei schönem Wetter birgt diese Tour sicherlich grandiose Ausblicke und hat das Potential für eine Wiederholung.

Aufstieg: 1350 Meter
Gehzeit: 9,5 Stunden mit Kemptner Kopf

Immer wieder Sonntags – Almenhopping über dem Haldensee

Von Nesselwängle über drei Alpen zum Haldensee

Von der Sonne geweckt zu werden, ist für mich einer der schönsten Momente an einem unverplanten Tag. Naja, so ein bisschen verplant ist er schon, da Wetterprognosen – wenn sie auch nicht immer zuverlässig sind – doch einen Eindruck für den nächsten Tag vermitteln 😉 Konkretes haben wir jedoch nicht geplant.

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Um der Kondition willen

Von Tannheim auf das Neunerköpfle

Gestern Abend noch ohne Jacke einen wunderbaren Abend auf der Hotelterrasse verbracht – grandioser Ausblick inklusive. Der Morgen empfängt uns in gediegenem grau. Erst einmal frühstücken, dann sieht es bestimmt besser aus.

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