Hitzeschlacht am Uluru

Von Sydney zum Uluru (Ayers Rock)

Die Taschen sind gepackt und wir machen uns auf in Richtung Cirqular Quay, von dem aus die Bahn zum Flughafen geht. Im Hafen liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff, bei dem man sich nicht vorstellen kann, dass es überhaupt in dieses kleine Hafenbecken passt. Noch schnell ein Cappuchino bei McDonalds und dabei mal wieder online sein.

Am Flughafen ist ein riesiges Getümmel. Die Aussies gehen wohl alle in den Urlaub.Dennoch läuft alles unangestrengt und entspannt ab. Der Flug dauert nur 2 Stunden, so dass wir nur eine Kleinigkeit frühstücken – Obstsalat (ich) und Croissant (Christoph). Was wir nicht bedacht haben, war die Zeitverschiebung – 90 Minuten. Will heißen, der Flug geht 3,5 Stunden. Die erste Runde Essen haben wir unwissend vorbeiziehen lassen. Die zweite fanden wir komisch, so kurz vor der Landung. So hatten wir schon mächtig Hunger, als wir 1 und 1 zusammenzählten.

Am Ayers Rock Airport angekommen, mussten wir etwas auf unsere Abholung warten, so dass wir uns schon mal in Ruhe mit der Hitze vertraut machen konnten. Als wir, eine österreichische Familie und Belgier von Janner, unserem Tour-Guide, abgeholt wurden, spekulierten wir alle auf ein baldiges Mittagessen, wurden jedoch enntäuscht. Also haben wir im  nächsten Shop neben Wasserflaschen alles Essbare gekauft – Eis und Gummibärchen. Mit dieser Marschverpflegung ging’s zum Uluru-Informationszentrum, um uns mit der Arborigines-Kultur etwas vertraut zu machen. Anschließend gab es den ersten Marsch des Tages: 2 Kilometer klingen unspektakulär, bei 40 Grad im Schatten und ausschließlich sonnigen Wegen, sind sie es nicht.

Nach kurzer Fahrt gibt es noch einen Marsch, auf dem wir viel über Lebensgewohnheiten der Arborigines erfahren. Wir sind froh, danach wieder im Bus zu sitzen. Jetzt suchen wir unsere Campsite auf, wo wir übernachten werden. Es gibt einen Pool, den wir mit Arborigines teilen. Sanitäranlagen für mitten in der Wildnis super. Unser Guide kocht für uns, während wir einen nahen Hügel erklimmen, um den Sonnenuntergang mit Sekt, Crackern und Dips genießen. Abends gibt es Pasta mit Gemüse und Känguru-Bolognese – sehr gut und das nicht nur, weil wir hungrig wie die Löwen sind.

21.00 Uhr beginnen die Nachtvorbereitungen. Wir haben uns nach Überzeugungsarbeit von Kathrin, einer jungen Schweizerin mit tw. deutschen Wurzeln, entschieden, im Freien zu übernachten. Wir bereiten unseren Swag, ein ganz fester Schlafsack, vor und krabbeln noch vor 22.00 Uhr hinein. In Anbetracht der Weckzeit von 4.30 Uhr sicherlich keine schlechte Entscheidung. Noch ein paar Minuten den unvorstellbaren Sternenhimmel beobachtet, dann ging es schon ins Reich der Träume.

Versöhnung mit Sydney

Wir kämpfen noch mit dem Tag-und-Nacht-Rhythmus und sind wieder sehr früh wach. Unser Bäcker gegenüber ist nich geschlossen. Da uns das Hotelfrühstück auf Dauer zu teuer ist, müssen wir uns halt gedulden. Aber es lohnt sich: Wir sitzen bei schönem Wetter draußen und starten mit einem großen Frühstück (nachdem das Abendessen ausgefallen ist) in den zweiten Weihnachtsfeiertag.

Nachdem Sydney gestern fast ausgestorben wirkte, ist heute umso mehr los. Wie wir am Queen Victoria Building auch endlich mitbekommen, ist Boxingday Sale und alles, was zwei Beine hat, scheint auf Schnäppchenjagd zu sein. Das Queen Victoria Building ist ein prächtiger Sandsteinbau, der schon fast vor dem Abriss stand und letztendlich doch saniert wurde. Heute beherbergt er 180 Geschäfte, vor denen gerade Einheimische und Touristen Schlange stehen, um hereingelassen zu werden. Ohne uns, so dringend können wir gar nichts brauchen, um uns das anzutun.

Auf zum Fährterminal. Wir erwischen die letzte Fähre vor der Mittagspause nach Manly. Das ist ein Stadtteil von Sydney, der am schönsten über den Wasserweg zu erreichen ist. Wir sehen noch einige Segelboote, die am traditionellen Rennen nach Hobart (Tasmanien) teilnehmen.

Manly ist ein beschaulicher Badeort, mit Stränden sowohl zur Bucht von Sydney, als auch zur Meerseite hinaus. Wir entscheiden uns für letzteres und genießen erst einmal in einem netten Fischlokal ein “fischiges“ Mittagessen. Danach ist etwas Strandleben angesagt und jetzt sind auch die Urlaubsgefühle endlich aus Deutschland angekommen.

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Hier stellen wir auch fest, dass Sydney doch nicht so weit entfernt ist, wie immer angenommen.
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Da die deutschen Feiertage von Aldi eingehalten werden, können wir nicht feststellen, ob es drinnen auch so aussieht, wie draußen.

Auf dem Rückweg präsentiert sich Sydney mit dem Opernhaus von seiner besten Seite und versöhnt auch mit dem gestrigen Tag.
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Wir lassen den Tag bei Livemusik und Bier/Cider in einem richtig netten Pub im Hafenviertel ausklingen.
Der Rucksack ist gepackt und wir sind schon gespannt, was uns in den nächsten Tagen im Outback erwartet.

Regen an Weihnachten

Ich öffne die Augen und sehe grauen Himmel. Bei näherem Hinsehen erkenne ich Regentropfen. Na, dass hatte ich mir anders vogestellt. Solches Wetter, ein paar Grad kälter hätten wir auch daheim haben können. Wir machen das Beste draus und gehen erst einmal ausgibig frühstücken.

Es hilft alles nichts. So schnell werden wir nicht wieder hierher kommen, also geht es raus. Es ist erstaunlich warm und wir laufen als erstes zum McDonalds, um an ein kostenloses WiFi zu gelangen. Wir bestätigen Buchungen und ich kann meine Einträge der letzten Tage veröffentlichen. Zudem bekomme ich über Whats App 21 Nachrichten angezeigt – v.a. Flugradarbilder, die uns das warme Gefühl geben, immer beobachtet und sicher gewesen zu sein 🙂

Der Regen wird immer stärker, so dass wir uns Tickets für die Stadtrundfahrt und die Bondi-Beach-Tour kaufen. Wir sitzen trocken und sehen noch einige interessante Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir gelangen auch an einen Aussichtspunkt, von dem aus wir bei besserem Wetter wunderbare Fotos mit der Skyline von Sydney, dem Opernhaus und der Harbour Bridge hätten machen können.

Im “spanischen Viertel“ machen wir bei Tapas unsere verspätete Miitagspause. Danach steht nich Darling Harbour auf dem Programm. Aber Hafen, Kneipenviertel, u.s.w. haben bei Regen wirklich keinen Reiz. Alles andere ist am 25. Dezember geschlossen.

Also starten wir morgen einen neuen Versuch.

Heilig Abend

Sydney

Wir sind sehr früh wach. War es der Hunger oder die Wärme? Egal – wir sind sehr schnell fertig und frühstücken in einer Bäckerei mit Cafe ganz in der Nähe unseres Hotels. Für Christoph gibt es endlich wieder „Full English Breakfast“. Ich nehme Joghurt mit Beeren, der wahrscheinlich zu mehr als 50 % aus Schlagsahne besteht…

Wir erkunden das Hafenviertel, in dem auch unser Hotel steht. Wunderschön restaurierte alte Häuser und eine extrem hohe Kneipendichte. Falls es heute Abend eng werden sollte, gibt es halt heimische Kost.

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Von hier aus geht auf die Sydney Harbour Brigde, die uns einen perfekten Blick auf die Oper liefert. Anschließend stürzen wir uns ins weihnachtliche Getümmel auf der George Street, einer der großen Einkaufsmeilen.
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Dem Trubel entrinnen wir in Richtung St. Mary Church und Botanischem Garten. Hier ist der Eintritt frei und man trifft sehr viele Jogger, die in der sehr schönen Anlage, mit tw. Blick auf das Opernhaus, ihre Runden drehen. Wir besuchen auch das noch kurz und gehen etwas (pflaster)müde in unser Hotel zurück.

Um auch hier im sommerlichen Sydney etwas in Weihnachsstimmung zu kommen, gehen wir 18.00 Uhr in die Messe. Die riesige St. Mary Church ist voll und mit viel Glück ergattern wir zwei Plätze. Es war ein schöner Weihnachtsgottesdienst, ähnlich dem in Lochham, nur viel mehr Menschen, deutlich lauter, viel Kommen und Gehen.

Unser Heilig Abend Essen gibt es am Wasser, in der Nähe der Fährterminals in der Oyster Bar mit Blick auf die Harbour Bridge und die Oper. Ein schöner Ausklang des Heilig Abends, zu einer Zeit, in der Ihr noch in den Vorbereitungen steckt.
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We wish you a Merry Christmas from down under.
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Ein perfekter Start in den Urlaub

Von Graben-Neudorf nach Sydney

Richtige Aufregung wollte sich dieses Mal nicht einstellen. Lag es an den hektischen Vorbereitungen auf die letzte Minute oder an den fortwährenden Gedanken an den vor uns liegenden ewig langen Flug. Wie dem auch sei, nach einem kurzweiligen Abend bei meinen Schwiegereltern sind wir am Sonntag Morgen mit dem Zug nach Frankfurt gefahren und hatten den gleichen Weg im Flughafen, wie letztes Jahr, als es in Richtung Namibia ging.

Wir haben online eingecheckt, so dass die kurze Schlange dieses Mal unsere war. Die Koffer waren extrem leicht, so dass Platz genug für Einkäufe ist. Plötzlich bekommen wir einen Satz neue Tickets ausgedruckt. Christoph fängt an zu grinsen. Ich realisiere es erst, als wir die neuen Tickets erhalten: Wir haben ein upgrade in die business class von Frankfurt nach Hongkong erhalten. Honigkuchenpferde sehen traurig im Vergleich zu uns aus.

Das fängt gut an und es macht richtig Spaß, die 10 Stunden in einer richtigen Koje, die zum Bett umzubauen geht, zu verbringen. Das Essen ist richtig gut und es gibt Porzellan und richtiges Besteck. Uns schwant schon, dass der zweite Teil nicht halb so schön wird. Der Aufenthalt in Hongkong ist leider sehr kurz, so dass wir nur ein paar Schaufenster abbummeln und uns dann noch sputen müssen, das Boarding zu erreichen. Zu den Gates muss man nämlich mit dem Zug fahren, was wir überhaupt nicht auf dem Schirm hatten. Es hat doch noch alles funktioniert, so dass wir auch die nächsten 9 Stunden Flug (jetzt etwas kuscheliger sitzend) gut herumbringen.

Dann endlich Sydney. Es ist schon Montag, 23.12. um 21.00 Ortszeit, als wir landen. Wir sind Weihnachten entgegen geflogen. Am Ende aller Einreiseformalitäten schnüffelt noch ein Hund unser Gepäck nach unerlaubten Sachen ab und dann haben wir es geschafft. 24 Grad und schwülwarm – das wird gut…

Unser Hotel liegt im Hafenviertel, direkt im Stadtzentrum und die Oper, die Harbour Bridge, Strände und Geschäfte sind nur wenige Schritte entfernt.

Jetzt sind wir todmüde und gleich im richtigen Tag-Nacht-Rhythmus, so dass wir morgen starten können.

Die letzten Vorbereitungen laufen

München – Graben-Neudorf

Endlich haben wir die letzten arbeitsreichen und aufregenden Wochen hinter uns. Der schon lange geplante Australienurlaub war in den letzten Wochen sehr in den Hintergrund getreten. Jetzt ist es endlich soweit. Die Koffer sind gepackt, Auf dem langen Flug werden wir sicherlich Gelegenheit haben, die Reiseführer ausführlich zu studieren. Wir sind gespannt, was uns in den nächsten vier Wochen erwartet und wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere mal einen Blick in unseren Blog wirft.

Von 3.000 m auf ca. 300 m in 3 Stunden

Von der Martin-Busch-Hütte nach Vernagt (1.711 m)

Es war ein wein- und bierseliger Abend, gemeinsam mit Sebi und Michi unseren Hütten-Weggefährten, die ich schon als junge Wilde bezeichnet habe. Nach so vielen gemeinsamen Abenden stellt sich doch so etwas wie Vertrautheit ein. Wir werden erstmals von der Wirtin um 22.00 Uhr “hinausgeworfen, da um diese Zeit die Hüttenruhe beginnt. Daher waren wir morgens nicht so gut präpariert, wie gewöhnlich.

Dennoch sind wir um 5.30 Uhr wach und packen unseren ganzen Krempel. Bis zum Frühstück 30 Minuten später, sind wir fertig und die Rucksäcke zum letzten mal gepackt. 45 Minuten später verlassen wir die Hütte. Uns steht der zweistündige Aufstieg zum Niederjoch (3.019 m) und der Similaunhütte bevor. Die Sonne lacht vom beinahe wolkenlosen Himmel, dennoch laufen wir, geschützt durch den Similaun noch im Schatten. Nicht weit von hier ist die Ötzi-Fundstelle. Da wir nicht so stark von archäologischem Interesse beseelt sind, lassen wir den 90-minütigen Umweg aus.

Nach der Hälfte der Zeit erwartet uns der Similaun-Gletscher. Einen Teil des Anstiegs bewältigen wir auf der Seitenmoräne. Am Ende laufen auch wir über das “ewige Eis“ und schaffen es dank feiner Ablagerungen auch ohne Grödel oder Steigeisen, diese Passage zu meistern.

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Die 2 Stunden waren etwas hochgegriffen, da wir schon vor acht Uhr die Similaunhütte am Niederjoch erreichen und jetzt auch in Italien sind. Wir treffen einen Teil unserer Weggefährten, die da oben übernachtet haben und morgens schon den Similaungipfel inkl. Gletscher bestiegen haben. Nach einer kurzen Rast zum Verzehr unserer letzten Vorräte steigen wir mit Blick auf den Vernagt-Stausee in Richtung Schnalstal ab.

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Wir verlieren sehr schnell an Höhe, was unsere Knie nicht gut finden. Da Wochenende ist, kommen u.s viele Wanderer entgegen. Wir brauchen etwas mehr als 2 Stunden, um nach Vernagt zu kommen. Erst sehr steil und steinig, am Ende durch Lärchenwald und Almflächen. Kurz vor 11.00 Uhr erreichen wir den Tiesenhof – Pause machen oder zum Bus laufen?
Wir entscheiden uns für
Letztes und laufen gemeinsam mit einer allein laufenden Frau die verbleibendrn 15 Minuten zur Haltestelle am Stausee Vernagt. Der Bus ist pünktlich und bringt uns in 45 Minuten durch das gesamte Schnastal nach Naturns. Gemeinsam mit einigen E5lern steigen wir in den Zug nach Meran um und gelangen nur wenig später an unser Ziel. In den Bergen war es heiß, aber hier ist es fast unerträglich. Wir laufen zu unserem Hotel und freuen uns auf eine Dusche ohne Duschmarke und Zeitbegrenzung. Den Nachmittag verbringen wir am Pool mit Blick über Meran.

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Den Abend und damit auch diesen wunderbaren Urlaub beschließen wir mit einem exzellenten Essen in den Saxifraga-Stuben am Tappeinerweg, mit Blick über Meran.

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Damit ist dieser wunderbare Urlaub vorbei. Wir tragen die Erinnerungen an viele schöne Begebenheiten, die phantastische Bergwelt und manche Schinderei in uns. Es hat sich für uns gelohnt und wir planen schon die nächste Tour. Hoffentlich nehmen wir viel von der unterwegs benötigten Geduld, Gelassenheit und Ausdauer mit nach Hause.

Danke allen, die uns bei unserer Alpenüberquerung gefolgt sind und uns unterstützt haben. Es hat uns viel Spaß gemacht, unsere täglichen Erlebnisse zu teilen. Das Intetnet ist selbst in den entlegensten Winkeln angekommen, so dass dies alles gut möglich war.

See you soon @ Sidney 🙂

Gletscher, Jöchle und viele Kilometer

Von der Braunschweiger Hütte zur Martin-Busch-Hütte (2.501 m)

Nach Beschreibung des E5-Standardwerks (am roten Buch erkennen wir uns auf Hütten und unterwegs) liegt heute eine lange Etappe vor uns und zugleich die technisch anspruchsvollste, wenn man über das Pitztaler Jöchle geht. Soviel zu Theorie. Praktisch umgesetzt bedeutet dies um 5.15 Uhr aufstehen, damit wir vor den E5-in-fünf-Tagen-Gruppen die 300 m lange, ausgesetzte Wand gequert haben. Nach einem guten Frühstück, dank Materialseilbahn, mit frischem Brot, brechen wir um 6.20 Uhr zu unserer vorletzten Etappe auf.

Vor uns sind nur einige Wanderer und die erste Bergschule hängen wir noch an der Hütte ab. Es geht gleich gut hoch und nach einer Stunde soll das schlimmste schon vorbei sein. Als die Wand beginnt hole ich noch meine Handschuhe aus dem Rucksack, um die Stahlseile auch gut greifen zu können, wenn der Angstschweiß kommt. Und was kommt – gar nichts. Zwei Stahlketten und etwas gehopse über ein paar Steine etwas nah am Abgrund.  Nichts, was mit dem Madatschjoch vergleichbar wäre.

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Abwärts auf der anderen Seite des Jöchles müssen wir über große Altschneefelder absteigen. Gut, dass wir früh dran sind. Es macht so nur begrenzt Spaß, in ein paar Stunden ist es sicherlich noch viel anstrengender dazu.

Wir schauen auf die Stubaier Alpen und hinunter zur Skiarena Sölden mit ihren Gletschern, auf denen in ein paar Wochen sicherlich die Saison wieder beginnt. Heute müssen wir auf technische Hilfsmittel zurückgreifen, da wir den Rosi-Mittermeier-Tunnel passieren müssen. Zu Fuß darf man nicht durch und über den Gletscher geht für uns nicht. Also 2.50 € pro Nase und schon verlassen wir mit einem der ersten Kleinbusse dieses verbaute Gebiet und zugleich den E5, der über das Timmelsjoch und die Sarntaler Alpen nach Bozen und weiter nach Verona führt. Hätte uns bestimmt besser gefallen, aber mehr Urlaub war nicht da.

Über den Ötztaler Urweg, einem schönen Höhenweg laufen wir auf das Tiroler Bergsteigerdorf Vent zu. Das braucht ungefähr 3,5 Stunden und volle Konzentration, da wir viele Wasserfälle, Geröllfelder und auf dem Weg liegende Steine passieren müssen.

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Es strengt auch die Füße ziemlich an. Die Sonne brennt auch heute ziemlich unerbittlich, so dass wir uns nach mehr als fünf Stunden Gehzeit in Vent ein nettes Plätzchen zum Mittagessen suchen. Wir rasten ausgiebig, haben wir doch 1.300 m Abstieg und geschätzt 12 km in den Beinen. Wir sind so auf Hüttenessen programmiert, dass wir selbst im Restaurant Omlett und Wurstsalat bestellen.

In der größten Hitze brechen wir auf, um die verbleibenden 2,5 Stunden Aufstieg zur Martin-Busch-Hütte in Angriff zu nehmen. Die 600 hm in der Zeit zu bewältigen bedeutet, ewig lange zu laufen. Gestern haben wir die doppelte Höhe in der gleichen Zeit geschafft. Wir sind uns nicht sicher, was uns lieber ist. Also auf gehts! Wir schauen beim Aufstieg immer auf den Similaun und seinen Gletscher, unser moriges Zwischenziel am Vormittag und irgendwo verläuft auch die Grenze zu Italien. Hinter einer Kurve ist die Hütte plötzlich da und wir grinsen uns geschafft, aber glücklich an.

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Noch einen Tag und wir sind am Ende unserer Reise – leider. Es ist eine so entspannte Art, Urlaub zu machen, Leute kennenzulernen und Eindrücke zu sammeln, dass wir es sicher wieder machen werden. Die körperliche Fitness hat sicher auch nicht gelitten.

Der E5 war ein guter Einstieg, aber jetzt würden wir uns unsere Tour selbst zusammenstellen. Oder vielleicht doch München – Venedig 🙂

Bis morgen zum nächsten Teil, dann aus Italien.

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Kräftezehrender Aufstieg am Ende der längsten Etappe

Von der Kaunergrathütte zur Braunschweiger Hütte (2.758 m)

Auf der wunderschön gelegenen Kaunergrathütte hatte wir einen der lustigsten Abende der ganzen Tour. Wir haben die zwei Jungs, bei denen wir Bedenken hatten, dass sie bei Unwetterwarnung zur Verpeilhütte gehen, getroffen. Sie haben auf der Kaunergrathütte einen Ruhetag eingelegt.

Für unsere heutige lange Tour mussten wir sehr früh aufstehen. Da im Lager schon 4.30 Uhr ein Handy klingelte, ist es uns nicht schwer gefallen. Frühstück um 6.00 Uhr und 50 Minuten später waren wir schon unterwegs. Immer talwärts bei noch sehr frischen Temperaturen, begleitet von Murmeltierpfeifen und rauschenden Wasserfällen. Ein dickes Murmeltier haben wir auch gesehen. Der Schnee war über nacht wieder fest geworden, aber der strahlend blaue Himmel zeigte schon, was uns heute wohl erwarten würde.

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Wir laufen auf dem Cottbusser Höhenweg immer Richtung Rifflsee. Dabei queren wir viele Geröllfelder u.d Wasserfälle. Auch heute erwarten uns wieder klettersteigähnliche Passagen, die im Vergleich zu gestern absolut einfach und gut zu meistern sind. Es tut gut, in der frischen Morgenluft zu laufen und anfangs sehen wir niemanden. Hoch über dem Pitztal ziehen wir uns sommertauglich an und beginnen dicke Schichten Sonnencreme nachzulegen. Im dunklen Pitztal scheint gegen 9.00 Uhr noch nicht einmal die Sonne. Das muss im Winter grausam sein. Weiter Richtung Rifflsee kommen immer mehr Tagestouristen, da hier einr Bahn hochfährt. Vorbei mit der Ruhe. Gestört v.a. durch größere schwäbische Gruppen, bei denen einige dabei sind, die an der kleinsten seilversicherten Stelle scheitern und auf dem Rückweg von ihren Heldentaten am Gletscher und auf Altschneefeldern lauhtals erzählen.

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Vom Rifflsee steigen wir nach Mittelberg ab und kehren in einer Alm zu Mittag ein. Die machen Käse selbst und das Essen schmeckt entsprechend lecker. In Mittelberg kommen wir wieder auf den klassischen E5, was man spätestens an den Gruppen, die mit großem Wandergepäck unterwegs sind, merkt.

Jetzt nach fast 5 Stunden Gehzeit kommt die eigentliche Herausforderung: 1.000 hm und 3 Stunden Aufstieg zur Braunschweiger Hütte. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel und wir müssen anfangs ein Stück Fahrweg in Richtung Talschluss hatschen. Da ist die Motivation kurz im Keller. Nach einem Skiwasser gehen wir frisch gestärkt los.

Wir nehmen die Variante „Jägersteig“, die sich übet Gras- und Geröllhänge etwas ausgesetzt nach oben schlängelt. Wir gewinnen schnell an Höhe und es geht uns, wie fast immer bei Anstiegen, schnell wieder gut. Die Hütte kommt ab und zu in unser Blickfeld, aber nicht wirklich näher, obwohl wir schneller als die Zeitangaben auf den Wegweisern und im Buch sind. Dafür haben wir freie Sicht auf den Mittelberger Gletscher, der zu einem Skigebiet gehört, fraglich nur, zu welchem.

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Am Ende gibt es wieder Geröllfelder und zum Schluss begleitet uns Kaiserschmarrnduft navh oben. Heute reicht es; die Füße qualmen. Jetzt nur noch duschen, trinken und essen. Nach 7.30 Stunden Nettogehzeit sind wir mit einfachen Dingen glücklich zu machen. Die Hütte ist voll, da sie neu renoviert ist und kleine Lager hat, ist es dennoch ganz gut.

Wir gönnen uns Apfelstrudel mit Vanillesoße und warten auf unsere jungen Wilden, die wir trotz ihres Ruhetages hinter uns gelassen haben. Um uns herum viele unentspannte E5-in-fünf-Tagen-Renner.

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Abends sitzen wir mit der Kaunergratgruppe zusammen. Da wir alle ziemlich müde sind und morgen mit dem Pitztaler Jöchl eine anstrengende Etappe vor uns haben, geht es ziemlich früh ins Bett.

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Der höchste Punkt der Tour, Gletscher und viel Kletterei

Von der Verpeilhütte zur Kaunergrathütte (2.817 m)

Die Verpeilhütte war mit 12 Personen Belegung fast leer. Nach einem sehr guten Abendessen mit einer kleinen Portion des sehr guten und durch den BR berühmten Kaiserschmarrn, spielen wir noch Karten jnd gehen früh ins Bett. 6.30 Uhr ist aufstehen angesagt; es gibt erst ab 7.00 Uhr Frühstück, welches sehr gut ist. Wir gehen gut gerüstet auf die durchaus anspruchsvolle Tour.

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Der Himmel ist blank geputzt u.d die Sicht ist für Sommer außerordentlich gut. Entlang eines Baches, den wir später queren, geht es durch Zirbenwald stetig aufwärts. Heute sind wir an dem Punkt angekommen….

an dem wir immer weiter laufen könnten. Der Körper hat sich an die Belastung gewöhnt, den Rucksack spüren wir fast nicht mehr und morgens brauchen wir nicht erst eine halbe Stunde,.um uns einzugehen.

Unterwegs legen wir immer wieder Fotostopps ein, da sich geniale Motive bieten. Wir queren ein großes Geröllfeld und treffen in 2.500 m auf eine Herde Schafe, die gerade ihr Bergkräuter-Frühstück einnimmt.

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Es geht weiter stetig bergauf in Richtung aperes Madatschjoch. Wir kommen an einem kleinen Bergsee vorbei, dessen Temperatur wir aufgrund der umliegenden Altschneefelder nicht prüfen. Jetzt sehen wir auch den Madatschferner, einen Gletscher, der früher sicherlich viel größer war und den es sicher in ein paar Jahren nicht mehr geben wird. Wir steigen jetzt, ziemlich anstrengend über Altschneefelder aufwärts. Kurzärmlig bekleidet gibt das ein witziges Bild.

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Über ein sehr matschiges Geröllfeld steigen wir aufwärts zum Einstieg in die seilversicherte Passage hinauf zum Madatschjoch. Wir treffen auf eine Gruppe Schwaben die von der Kaunergrathütte kommen. Die machen uns für den Abstieg auf der anderen Seite nicht viel Mut. Egal, jetzt geht es erst einmal hoch. Wenn wir das nicht schaffen, brauchen wir die Zugspitze im September nicht zu versuchen. Durch den langen Winter sind weite Teile des Steigs und der Sicherungsseile unter Schnee versteckt und damit nicht nutzbar. Zudem müssen wir den Geröll-Schneehang einmal queren, was bei der Feuchtigkeit und dem losen Geröll nicht ganz ohne ist. Die letzten Höhenmeter zum Joch geht es wieder seilversichert nach oben. Wir erreichen genau um 12.00 am 31. Juli 2013 den mit 3.030 m höchsten Punkt der Tour. So hoch oben waren wir ohne technische Hilfsmittel noch nie. Ein wunderbares Gefühl.

Jetzt müssen wir auf der anderen Seite wieder runter – Seile, Leitern, Sprossrn und unsere eigen Muskelkraft helfen uns, sicher nach unten zu gelangen. Es gibt ein, zwei Schlüsselstellen, in Summe ist der Abstieg vom Madatschjoch für uns einfacher als der Aufstieg.

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Wir queren noch ein paar Schneefelder und werden schon um ein Uhr an der Kaunergrathütte sein. Wir sind noch nicht müde und haben so richtig Adrenalin im Blut, so dass Christoph vorschlägt noch einen Teil der morgigen Tour zu gehen und in der Riffelseehütte zu übernachten. Da wir aber in der reservierten Kaunergrathütte Stornogebühren zahlen müssten, bleiben wir hier. So haben wir wieder einen langen Nachmittag, den wir, die Sonne genießend, lesend, in Hängematten liegend genießen. Blick zum Gletscher und zur Watzespitze und auf die Berge, die wir morgen erklimmen werden.

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